Deutsche Redaktion

Finnland und Polen wollen Moore als Panzersperren und Klimaschutzmaßnahme verwenden

30.08.2025 23:30
Finnland und Polen beabsichtigen Moorgebiete an ihren Ostgrenzen wieder zu vernässen, um sie als natürliche Barrieren gegen Panzer einzusetzen. Die Projekte könnten zugleich geschädigte Kohlenstoffsenken wiederherstellen und Emissionen verringern.
Torfmoore  schwammige, wassergesttigte Bden, die in nrdlichen Klimazonen weit verbreitet sind  sind fr Panzer weitgehend unpassierbar. In Polen befrworte das Verteidigungsministerium die Wiederherstellung von Feuchtgebieten entlang der Ostgrenze.
Torfmoore – schwammige, wassergesättigte Böden, die in nördlichen Klimazonen weit verbreitet sind – sind für Panzer weitgehend unpassierbar. In Polen befürworte das Verteidigungsministerium die Wiederherstellung von Feuchtgebieten entlang der Ostgrenze. Robert Bartosewicz / Polskie Radio

Seit 2022 haben europäische Länder an der Grenze zu Russland ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Finnland hat den ersten Abschnitt einer Mauer entlang seiner 1.340 Kilometer langen Grenze fertiggestellt und beobachtet verstärkte russische Truppenbewegungen. In diesem Sommer hat Polen im Rahmen seines Infrastrukturprogramms „Schild Ost“ zum Schutz Minenfelder auf einem 20 Kilometer langen Grenzabschnitt zu Russland und Weißrussland angelegt.

Nun wenden sich beide NATO-Mitglieder den Feuchtgebieten zu. Torfmoore – schwammige, wassergesättigte Böden, die in nördlichen Klimazonen weit verbreitet sind – sind für Panzer weitgehend unpassierbar. Finnlands Verteidigungs- und Umweltministerien werden im Herbst Gespräche über ein Pilotprojekt zur Wiederherstellung von Mooren aufnehmen, sagte ein Mitglied der Arbeitsgruppe gegenüber Politico.

In Polen befürworte das Verteidigungsministerium die Wiederherstellung von Feuchtgebieten entlang der Ostgrenze. Gespräche zwischen Wissenschaftlern sowie den Verteidigungs- und Umweltministerien laufen bereits. „Die Natur ist ein Verbündeter, und wir wollen sie nutzen“, sagte Vize-Verteidigungsminister, Cezary Tomczyk, gegenüber dem Online-Portal.

Ukraine hat Nassgebiete gegen russische Truppen genutzt
Die Ukraine hatte bereits im März 2022 Moorgebiete zu ihrem Vorteil genutzt. Ihre Streitkräfte hatten den Kozarowytschi-Damm zerstört und 2.800 Hektar überflutet. Damit konnten sie den Vormarsch russischer Truppen auf Kiew verlangsamen. Die Flutung hatte jedoch auch Begleitschäden verursacht, unter anderem in Wohngebieten. Sie setzte wahrscheinlich Schadstoffe wie Abwasser, Schwermetalle sowie invasive Arten aus Fischfarmen frei.

Das Greifswald Moor Centrum in Deutschland hat im Juni die EU aufgefordert, einen Fonds von bis zu 500 Millionen Euro einzurichten, um 100.000 Hektar zu planen und wieder zu vernässen. „Natürlich nasse und wiedervernässte Moore sind für Panzer unpassierbar, verlangsamen Truppenbewegungen und zwingen diese in vorhersehbare Korridore, die leichter zu verteidigen sind“, hieß es. Zudem könnten Moore Transportwege und Energieanlagen schützen, indem sie Truppenbewegungen erschweren.

Entwässerte Moore verursachen Treibhausgasemissionen
In Finnland „besteht ein Drittel des Landes aus Mooren, aber wir haben die Hälfte dieser Fläche entwässert“, sagte Kristiina Lang vom Forschungszentrum für Naturressourcen Finnlands. Entwässerte Moore machen 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen des Landes aus, verursachen jedoch mehr als die Hälfte der Treibhausgasemissionen des Sektors, erklärte sie. Europaweit sind fast die Hälfte aller Moore geschädigt. Entwässerte Moorflächen sind für rund 7 Prozent der jährlichen Emissionen der EU verantwortlich. Moorgebiete speichern in nassem Zustand enorme Mengen an Kohlenstoff, doch wenn sie entwässert werden, verwandeln sie sich in erhebliche Kohlenstoffquellen.

Die EU-Renaturierungsgesetze verpflichten die Staaten, bis 2030 mindestens 30 Prozent der entwässerten Moorflächen und bis 2050 zu 50 Prozent wiederherzustellen. Das Europäische Parlament bezeichnet die Wiedervernässung von Mooren als eine der kostengünstigsten Methoden zur Senkung der Emissionen im Agrarsektor.

PR/France24/Politico/ps

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