„Sollten die russischen Angriffe auf kritische Infrastrukturen anhalten, so werden wir die Menschen evakuieren müßen”, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
„Im Moment bestehe keine Notwendigkeit, die Menschen zu evakuieren, aber sie sollten darauf vorbereitet sein”, betonte der ehemalige Profi-Boxer.
„Die Apokalypse könnte eintreten, wie in Hollywood-Filmen, wenn es angesichts der niedrigen Temperaturen nicht möglich ist, in den Häusern zu leben (…) Aber wir kämpfen und tun alles, was wir können, um sicherzustellen, dass das nicht passiert.”
Laut Klitschko wurden seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine 152 Menschen in Kiew getötet und 678 Gebäude zerstört.
Die ukrainische Hauptstadt stehe jedoch vor neuen Problemen, da Russland vor dem Wintereinbruch gezielt kritische Energieinfrastrukturen angreife, berichtete Reuters. Seit Wochen werden in Kiew beheizte Notunterkünfte in Schulen und Kindergärten eingerichtet. Derzeit gibt es etwa 500, was bei weitem nicht ausreicht, um die 3,6 Millionen Einwohner Kiews zu versorgen, so Reuters.
„Wenn die Stromversorgung weiterhin ausbleibt und die Außentemperaturen niedrig bleiben, werden wir leider gezwungen sein, Wasser aus den Gebäuden abzulassen”, warnte Klitschko. „Andernfalls kann das Wasser gefrieren und das gesamte Wasserversorgungsnetz unterbrechen, und die Gebäude sind dann völlig unbrauchbar”.
Er forderte die Bewohner auf, sich mit Lebensmitteln und Wasser einzudecken und Kleidung und Dokumente für den Fall einer Evakuierung bereitzuhalten, wenn die Heizung ausfällt. „Im Moment wird in Kiew geheizt, es gibt Strom ... alles funktioniert, eine Evakuierung ist im Moment nicht nötig", sagte Klitschko und fügte hinzu, dass die Einwohner jedoch auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein müssen.
Auf die Frage nach den dringendsten Bedürfnissen der Stadt nannte der ehemalige Boxweltmeister „ein neues Luftverteidigungssystem" sowie Zehntausende von Generatoren.
PAP/reuters/jc