Deutsche Redaktion

Polens Präsident nicht bei Trumps „Friedensrat“

18.02.2026 06:56
Präsident Karol Nawrocki wird nicht an der Sitzung des von US-Präsident Donald Trump initiierten „Friedensrates“ in Washington teilnehmen. Wie die Präsidialkanzlei mitteilte, wird Nawrocki bei dem Treffen am 19. Februar durch den außenpolitischen Berater des Präsidenten, Marcin Przydacz, vertreten.
Marcin Przydacz
Marcin PrzydaczYT/Trójka

Nawrocki war persönlich von Trump in das Gremium eingeladen worden. Eine offizielle Entscheidung über einen Beitritt Polens zu dem Rat steht jedoch aus. Außenminister Radosław Sikorski erklärte, bislang sei kein Antrag des Präsidenten auf einen entsprechenden Regierungsbeschluss eingegangen.

Scharfe Kritik kommt von dem Politologen Roman Kuźniar. Er bezeichnete den „Friedensrat“ als „privaten Klub“ Trumps und als „marionettenhaftes Gremium“ ohne internationale Legitimation. Es sei richtig, dass der Präsident nicht persönlich an der Auftaktveranstaltung teilnehme, sagte Kuźniar dem Nachrichtenportal Onet. Das polnische Staatsoberhaupt darf weder sich selbst noch das Land der Lächerlichkeit preisgeben, indem es an dieser von Trump organisierten „Muppet Show“ teilnimmt.

Der „Friedensrat“ soll sich nach Angaben aus Washington mit der Verwaltung der Lage im Gazastreifen befassen. Mitglied können demnach nur von den USA eingeladene Staaten werden. Die reguläre Amtszeit beträgt drei Jahre. Länder, die im ersten Jahr eine Milliarde US-Dollar einzahlen, erhalten einen ständigen Sitz. Für kleinere Staaten sollen niedrigere Beitragsstufen gelten.

Kuźniar äußerte Zweifel an der Zukunft des Gremiums. Es fehle an rechtlicher Grundlage und internationaler Verankerung. Zudem sei die Gründung des Rates als Gegenentwurf zu den Vereinten Nationen zu verstehen, was das Projekt zusätzlich infrage stelle.


onet/jc 

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