Das Bezirksgericht in Białystok im Osten Polens fällte das Urteil am 9. Januar. Öffentlich bekannt wurde es jedoch erst am Montag. Der 43-jährige Mann, Saulius V., hat die Strafe ohne Prozess akzeptiert. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Der Sprecher des für die Sicherheitsdienste zuständigen Ministers, erklärte, Ermittler des Inlandsgeheimdienstes ABW hätten Beweise dafür gesammelt, dass der Litauer zwischen November 2024 und März 2025 dem weißrussischen Staatssicherheitskomitee seine Bereitschaft zur Informationsweitergabe erklärt habe. Zugleich habe er sich als aktiver Mitarbeiter des US-Auslandsgeheimdienstes CIA ausgegeben.
Das Gericht befand ihn des Versuchs schuldig, einem ausländischen Geheimdienst Hilfe gegen die NATO-Verbündeten Polen und die Vereinigten Staaten anzubieten, teilten die Behörden mit. Nach polnischem Recht ist dafür eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu acht Jahren vorgesehen.
Der Litauer soll bei seinen Aktivitäten „fortgeschrittene technische Mittel“ eingesetzt haben, darunter künstliche Intelligenz. Saulius V. wurde am 14. März 2025 von Beamten des Inlandsgeheimdienstes ABW festgenommen. Die Ermittlungen wurden von der ABW-Abteilung in Białystok unter Aufsicht der örtlichen Landesstaatsanwaltschaft durchgeführt. Von seiner Festnahme bis zur Urteilsverkündung befand sich der Mann in Untersuchungshaft, die ihm vom Gericht auf die einjährige Freiheitsstrafe angerechnet wurde.
PAP/ABW/ps