Das Monument sollte auf dem Kahlenberg errichtet werden. Von dort aus hatte Sobieski am 12. September 1683 die verbündeten Truppen in die entscheidende Schlacht gegen das Osmanische Reich geführt und die Belagerung Wiens beendet. Das Projekt war 2013 initiiert und 2018 offiziell genehmigt worden.
Die linke Wiener Gemeinderätin Aslıhan Bozatemur von der regierenden Sozialdemokratie erklärte jedoch, ihre Partei werde den Bau weiterhin blockieren. In sozialen Medien schrieb sie, in Wien sei „kein Platz für ein Denkmal, das zu Xenophobie, Islamophobie und antitürkischen Stimmungen aufruft“. Gedenkorte müssten den historischen Kontext vielfältig und ausgewogen darstellen und dürften nicht zur Diskriminierung beitragen.
Die Entscheidung stieß in Polen auf Kritik. Der polnische Botschafter in Österreich, Zenon Kosiniak-Kamysz, betonte, Wien habe die Errichtung des Denkmals zugesagt. Die Statue sei bereits fertig und befinde sich derzeit in Polen. Zudem verwies er darauf, dass es in Wien zahlreiche Erinnerungsorte für andere – teils ebenfalls umstrittene – historische Persönlichkeiten gebe. Sobieski werde in der Geschichtsschreibung häufig als „Retter Wiens“ bezeichnet.
Die Wiener Stadtregierung argumentiert hingegen, der König sei bereits ausreichend gewürdigt, unter anderem durch ein bestehendes Denkmal am Kahlenberg sowie durch Straßen und Plätze, die seinen Namen tragen. Die polnische Seite hält diese Form der Erinnerung für unzureichend.
Vertreter der rechten FPÖ sprachen von einem „Skandal“ und von „historischer Amnesie“. Auch Politiker der konservativen ÖVP erklärten, zur Integration gehöre die Akzeptanz der Geschichte und Traditionen des Landes.
Interia/jc