Polen hat offiziell seine Bewerbung um den Sitz der künftigen EU-Behörde für Zollfragen eingereicht. Das gab Finanzminister Andrzej Domański am Donnerstag in Warschau bekannt. Die neue Institution soll die Zusammenarbeit der Zollverwaltungen der Mitgliedstaaten stärken, Verfahren vereinfachen und Zolldaten der Europäischen Union zentral digital verwalten.
Domański bezeichnete die Gründung des Amtes als „wichtigen Schritt zu einer integrierten Zollunion“, die den Binnenmarkt schützen und die wirtschaftliche Sicherheit Europas fördern soll. „Das ist ein bedeutender Moment für die gesamte europäische Gemeinschaft, deren Teil wir seit zwanzig Jahren sind“, sagte er.
Nach Angaben des Ministers erfüllt Warschau alle Voraussetzungen, um den Zuschlag zu erhalten. Polens Lage an den östlichen Grenzen der EU, die modernisierte Zollverwaltung und die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung seien zentrale Argumente der Bewerbung.
Das geplante Amt soll zugleich ein Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur sein. In Warschau könnten künftig Frontex und die neue Zollbehörde eng zusammenarbeiten. „Das Projekt bedeutet neue Arbeitsplätze, den Ausbau analytischer Kompetenzen und eine Stärkung der Position Polens in der Europäischen Union“, betonte Domański.
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