Deutsche Redaktion

Belarussische Exilopposition begeht Freiheitstag in Warschau

27.03.2026 10:40
Der Freiheitstag erinnert an den 25. März 1918, als die Belarussische Volksrepublik ausgerufen wurde. Demokratische Kräfte betrachten dieses Datum bis heute als inoffiziellen Unabhängigkeitstag von Belarus. Das Regime von Alexander Lukaschenko erkennt den Tag nicht an und begeht stattdessen den 3. Juli als offiziellen Feiertag.
Святлана Ціханоўская выступіла са зваротам да беларусаў з нагоды Дня ВоліПрэс-служба Святланы Ціханоўскай/скрыншот

Die belarussische Exilopposition begeht am Samstag in Warschau den Freiheitstag, ihr wichtigstes Symbolfest. Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja sagte der Polnischen Presseagentur PAP, der Tag stehe für Ausdauer und das Streben nach Freiheit. Sie werde selbst an dem Marsch teilnehmen.

Der Freiheitstag erinnert an den 25. März 1918, als die Belarussische Volksrepublik ausgerufen wurde. Demokratische Kräfte betrachten dieses Datum bis heute als inoffiziellen Unabhängigkeitstag von Belarus. Das Regime von Alexander Lukaschenko erkennt den Tag nicht an und begeht stattdessen den 3. Juli als offiziellen Feiertag.

"Lukaschenko lehnt alles ab, was wirklich belarussisch ist"

Zichanouskaja sagte, der Freiheitstag sei für viele Belarussen zum Symbol ihres Freiheitswillens geworden. Über Jahrzehnte seien Menschen an diesem Datum auf die Straße gegangen, obwohl ihnen Repression drohten. Lukaschenko, so die Oppositionsführerin, lehne alles ab, was „wirklich belarussisch“ sei. Seine Reise nach Nordkorea am 25. März wertete sie als symbolischen Gegenakzent: Während die Belarussen den Freiheitstag begingen, feiere er einen „Tag der Unfreiheit“.

Zugleich betonte Zichanouskaja die Bedeutung der Feiern im Ausland. Sie zeigten, dass Belarussen eine Nation seien und nicht mit dem Regime in Minsk oder mit Russland gleichgesetzt werden dürften. Sie dankte für Solidaritätsgesten in Polen und Europa, darunter die Beleuchtung des Warschauer Kulturpalasts in den weiß-rot-weißen Farben der belarussischen Demokratiebewegung.

Die Oppositionsführerin wies zugleich auf die Risiken für Teilnehmer solcher Veranstaltungen hin. Nach ihren Angaben fotografieren mutmaßliche Geheimdienstmitarbeiter Demonstrierende auch im Ausland, was Repressalien nach sich ziehen könne. Der Marsch in Warschau beginnt am Samstag um 16 Uhr auf dem Plac Trzech Krzyży und endet auf dem Schlossplatz. Dort sollen unter anderem Zichanouskaja und der Oppositionspolitiker Pawel Latuschka sprechen. Nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wiasna gibt es in Belarus derzeit 910 politische Gefangene.

IAR/adn

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