An Bord der Mission sind vier Astronautinnen und Astronauten: Christina Koch, Reid Wiseman und Victor Glover aus den USA sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Für sie ist Artemis II nicht nur ein technischer Testflug, sondern auch eine Reise an die Grenzen dessen, was Menschen bislang im All erreicht haben.
Historischer Moment hinter dem Mond
Der entscheidende Augenblick der Mission ereignete sich beim Flug hinter die Rückseite des Mondes. Für rund 45 Minuten verlor die Crew den Kontakt zur Erde – ein bekanntes, aber dennoch eindrucksvolles Phänomen bei Mondumrundungen. Als die Verbindung wiederhergestellt wurde und die Erde erneut am Horizont erschien, sprach die Astronautin Christina Koch von einem der bewegendsten Momente der gesamten Mission.
Gleichzeitig erreichte das Raumschiff den am weitesten entfernten Punkt seiner Flugbahn. Damit wurde ein Rekord gebrochen, der mehr als ein halbes Jahrhundert Bestand hatte.
Beobachtungen im All: Sonnenfinsternis und Einschläge
Auf dem Rückweg zur Erde bot sich der Crew ein seltenes Naturschauspiel: eine Sonnenfinsternis, ausgelöst durch den Mond. Diese Gelegenheit nutzten die Astronauten, um wissenschaftliche Beobachtungen durchzuführen. Sie konnten die Sonnenkorona untersuchen – die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre, die normalerweise nur schwer sichtbar ist.
Zudem beobachteten sie mehrere Lichtblitze auf der Mondoberfläche. Diese entstehen durch Einschläge von Meteoroiden und sind ein Hinweis darauf, wie aktiv und dynamisch die Oberfläche des Erdtrabanten ist. Astronaut Victor Glover beschrieb diese Eindrücke als so außergewöhnlich, dass sie „an Science-Fiction“ erinnerten.
Persönliche Momente und symbolische Gesten
Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen gab es auch persönliche und symbolische Momente. Die Crew vergab vorläufige Namen für zwei bislang unbenannte Mondkrater. Einer wurde „Integrity“ genannt, in Anlehnung an das Raumschiff, ein anderer „Carroll“ – zum Gedenken an die verstorbene Ehefrau des Missionskommandanten.
Zudem führte die Besatzung eine Audioaufnahme von Jim Lovell mit sich, dem legendären Kommandanten der Apollo-13-Mission. In seiner Botschaft ermutigte er die Astronauten, den historischen Moment bewusst zu erleben und die Eindrücke zu genießen.
Politische Signale aus Washington
Auch politisch wird die Mission aufmerksam verfolgt. Der US-Präsident Donald Trump schaltete sich per Funk zu den Astronauten. In dem Gespräch betonte er die Bedeutung der Mission für die Zukunft der Raumfahrt und kündigte an, dass die USA bald wieder Astronauten auf den Mond bringen wollen. Darüber hinaus stellte er weitere Missionen in Aussicht – bis hin zu bemannten Flügen zum Mars.
Vorbereitung auf die Rückkehr zum Mond
Artemis II ist die erste bemannte Mission in die Nähe des Mondes seit dem Ende des Apollo-Programms in den 1970er-Jahren. Sie gilt als Generalprobe für die nächste große Etappe: die geplante Landung von Astronautinnen und Astronauten auf der Mondoberfläche, die derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen ist.
Die Rückkehr der Crew zur Erde wird in der Nacht zum 11. April erwartet.
IAR/PAP/jc