Deutsche Redaktion

Memorial-Urteil weckt Sorge vor neuen Repressionen in Russland

10.04.2026 10:41
Oppositionsvertreter und Menschenrechtler warnen, die Einstufung von Memorial als extremistische Organisation eröffne den Sicherheitsbehörden neue Möglichkeiten, Kritiker des Kremls und unabhängige Historiker zu verfolgen.
Rosja wydaliła brytyjskiego dyplomatę
Rosja wydaliła brytyjskiego dyplomatęReuters

Unabhängige russische Kommentatoren werten die Einstufung von Memorial als extremistische Organisation als gezielten Angriff des Kremls auf die historische Wahrheit. Mit der Entscheidung des Obersten Gerichts solle nicht nur die Organisation selbst getroffen werden, sondern auch ihr Einsatz für die Aufarbeitung sowjetischer Verbrechen und stalinistischer Repressionen. Oppositionsvertreter und Menschenrechtler warnen zudem, das Urteil eröffne den Sicherheitsbehörden neue Möglichkeiten, Kritiker des Kremls und unabhängige Historiker zu verfolgen.

Memorial war in den 1980er Jahren von sowjetischen Dissidenten gegründet worden. 2021 wurde die Organisation in Russland verboten, ein Jahr später erhielt sie den Friedensnobelpreis. Die Journalistin Jewgenija Albaz sprach im unabhängigen Sender Doschd von einem Angriff auf die historische Wahrheit. Ziel sei es, den Zugang zur tatsächlichen Geschichte Russlands und zur Erinnerung an die Opfer stalinistischer Repressionen weiter einzuschränken.

Zwar wurde Memorial in Russland zerschlagen, im Ausland bestehen jedoch weiterhin Strukturen der Organisation. Zudem entstehen neue Initiativen, darunter Memorial Polska.

IAR/adn

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