Deutsche Redaktion

Vance mahnt Papst zu Zurückhaltung bei theologischen Aussagen

15.04.2026 11:09
US-Vizepräsident J.D. Vance hat den Papst zu größerer Zurückhaltung bei theologischen Aussagen aufgefordert. „So wie ein Vizepräsident vorsichtig sein sollte, wenn er über Politik spricht, sollte auch der Papst vorsichtig sein, wenn er über theologische Fragen spricht“, sagte Vance bei einem Auftritt an der University of Georgia.
J.D.Vance
J.D.VanceReuters

Zugleich betonte der Republikaner, er halte grundsätzlich nichts von einer strikten Trennung zwischen religiösen und politischen Äußerungen. „Ich habe nie geglaubt, dass christliche Führer nicht über Politik sprechen sollten oder politische Führer nicht über ihren Glauben“, sagte Vance. Wichtig sei jedoch, dass „jeder seine eigene Rolle“ kenne. Aufgabe des Papstes sei es, „das Evangelium zu verkünden“.

Vance äußerte sich respektvoll über Papst Leo XIV., den er nach eigenen Angaben persönlich kennengelernt habe. Er begrüße es sogar, wenn der Papst zu Themen wie Migration, Abtreibung oder Krieg und Frieden Stellung nehme, da dies Debatten anstoße. Zugleich machte er deutlich, dass er mit einigen jüngsten Aussagen des Kirchenoberhaupts nicht einverstanden sei.

Konkret kritisierte Vance eine Äußerung des Papstes zum Iran-Konflikt. Dieser habe gesagt, Gott stehe „niemals auf der Seite derjenigen, die zum Schwert greifen“. Vance widersprach dieser Sichtweise deutlich. Er verwies auf historische Beispiele wie die Befreiung Frankreichs von der NS-Herrschaft im Zweiter Weltkrieg sowie die Befreiung von Konzentrationslagern. „War Gott auf der Seite der Amerikaner, die diese unschuldigen Menschen befreit haben? Ich denke, die Antwort ist: ja“, sagte er.

Der Papst hatte am Freitag bei einer Audienz für chaldäische Bischöfe aus Bagdad den Krieg als „Blasphemie“ verurteilt und erklärt, ein Christ stehe niemals auf der Seite dessen, „der gestern zum Schwert griff und heute Bomben wirft“. Er rief dazu auf, klar zu verkünden, dass Gott keinen Konflikt segne.

Die Aussagen Vances fielen auch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Nahen Osten. Während seines Auftritts wurde er aus dem Publikum heraus mit Vorwürfen konfrontiert, die US-Regierung unterstütze einen „Völkermord“ im Gazastreifen. Vance wies dies zurück und verteidigte die Politik von Präsident Donald Trump. Die Regierung habe zur Stabilisierung der Lage beigetragen und ein Friedensabkommen ermöglicht. Kritik richtete er stattdessen an die vorherige Regierung von Joe Biden.

Bereits am Vortag hatte Vance in einem Interview mit Fox News erklärt, der Vatikan solle sich in manchen Fällen stärker auf moralische Fragen und innerkirchliche Themen konzentrieren und politische Angelegenheiten den gewählten Entscheidungsträgern überlassen.


PAP/jc

 

Debatte über Trumps geistige Verfassung flammt erneut auf

15.04.2026 11:01
Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über den Iran und den Papst haben in den Vereinigten Staaten eine neue Debatte über seine geistige Verfassung ausgelöst. Wie die New York Times berichtet, sorgen „unberechenbares Verhalten und radikale Kommentare“ des Präsidenten parteiübergreifend für Diskussionen. Demokraten prüfen demnach sogar, ob eine Amtsenthebung auf Grundlage des 25. Verfassungszusatzes möglich wäre – halten dies jedoch selbst für unwahrscheinlich.