Trotz westlicher Sanktionen wird russisches Öl weiterhin in großem Umfang durch europäische Gewässer transportiert. Nach Recherchen der The Sunday Times passieren täglich Tanker mit russischer Ladung den Ärmelkanal, nur wenige Kilometer vor der Küste von Großbritannien.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurden demnach rund 550 Millionen Tonnen Öl durch die Meerenge transportiert. Die daraus erzielten Einnahmen werden auf etwa 239 Milliarden Pfund geschätzt. In den vergangenen vier Jahren registrierten Beobachter fast 10.000 Durchfahrten entsprechender Tanker. Das Öl geht überwiegend nach Indien und China.
Ein Großteil der Transporte erfolgt über die sogenannte Schattenflotte – ältere, oft schlecht gewartete und unzureichend versicherte Schiffe. Auf offener See wird die Ladung häufig von Schiff zu Schiff umgepumpt, um Kontrollen zu entgehen. Fachleute warnen vor erheblichen Umweltgefahren.
Als Reaktion plant Großbritannien den Einsatz unbemannter maritimer Drohnen. Diese sollen verdächtige Tanker überwachen und bei Bedarf stoppen, ohne Besatzungen zu gefährden.
Experten warnen, dass ein schwerer Unfall eines solchen Tankers erhebliche ökologische Schäden verursachen könnte – mit Kosten in dreistelliger Millionenhöhe für Großbritannien und die Europäische Union.
IAR/adn