Tatsächlich habe sich die moldauische Gesellschaft jedoch klar für einen proeuropäischen Kurs entschieden. „Die Zukunft unseres Landes liegt in der EU, einem Raum von Stabilität und Frieden“, betonte der Minister.
Russlands Krieg gegen die Ukraine bezeichnete Popșoi als größte Herausforderung für sein Land. Die Aggression habe Moldau unter erheblichen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Druck gesetzt. Gleichzeitig sei in den vergangenen Jahren die Widerstandsfähigkeit von Staat und Gesellschaft gewachsen.
Die russische Propaganda habe unter anderem versucht, Ängste zu schüren, ein EU-Beitritt könne eine militärische Reaktion Moskaus provozieren. Popșoi sprach in diesem Zusammenhang von einem Widerspruch: Russland erkenne formal die Souveränität Moldaus an, drohe aber indirekt mit Konsequenzen, sollte das Land eigene Entscheidungen treffen.
Seit 2022 besitzt Moldau gemeinsam mit der Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Die Regierung in Chișinău treibt Reformen voran, insbesondere im Justizwesen und im Kampf gegen Korruption. Offiziell strebt das Land an, die Beitrittsverhandlungen bis 2028 abzuschließen und später der EU beizutreten.
Popșoi hob die Rolle Polens als wichtigen Partner hervor. Warschau unterstütze Moldau sowohl politisch als auch technisch auf dem Weg in die EU und gelte als Beispiel für eine erfolgreiche Transformation.
Mit Blick auf anstehende Wahlen warnte der Minister vor weiteren Versuchen Russlands, Einfluss zu nehmen. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass Moldau dank gestärkter Institutionen und einer mobilisierten Zivilgesellschaft solchen Eingriffen zunehmend widerstehen könne.
Auch die von Russland unterstützte Separatistenregion Transnistrien bleibe eine Herausforderung. Ziel der Regierung sei eine friedliche Reintegration des Gebiets – unter anderem durch wirtschaftliche Anreize im Zuge der EU-Annäherung.
PAP/jc