Różewicz war einer der bekanntesten polnischen Poeten und Dramaturgen; seine Werke wurden in 49 Sprachen übersetzt. Ähnlich wie deutsche Dichter und Philosophen stand auch er vor der Frage, ob nach Auschwitz überhaupt noch Dichtung möglich sei. Kritiker bezeichneten seine Texte als „Poesie der durchgeschnittenen Kehle“.
Tadeusz Różewicz war während des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung Fabrikarbeiter und ging später in den Untergrund. Sein erster Gedichtband erschien 1947. In den 1980er-Jahren war er einer der meistgespielten Dramatiker in der DDR.
Zu den wichtigsten Gedichtsammlungen des Autors zählen „Niepokój“, „W łyżce wody“, „List do ludożerców“, „Twarz“ sowie „Równina“. Zudem war er Mitautor von Drehbüchern zu Filmen seines Bruders Stanisław Różewicz.
Charakteristisch für Różewicz’ Lyrik ist der sogenannte freie Vers sowie eine schlichte, von Verzierungen und Metaphern weitgehend befreite Form und die Verwendung von Ausdrücken aus der Alltagssprache. Der Leser erhält keine fertigen Antworten, sondern vielmehr die Möglichkeit zu einer eigenen Interpretation.
Über viele Jahre galt er als Kandidat für den Literaturnobelpreis. Die Bedeutung seines Werks für die polnische Literatur brachte Kazimierz Wyka auf den Punkt, als er sagte: „Es gibt keine polnische Dichtung und keine polnische Sprache ohne Tadeusz Różewicz.“
IAR/jc