Deutsche Redaktion

EU-Parlament debattiert über möglichen Abzug von US-Truppen aus Europa

19.05.2026 10:38
Das Europa Parlament debattiert am Dienstag über die mögliche Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa. Anlass sind Berichte über eine geplante Aussetzung der Rotation von US-Soldaten nach Polen sowie einen möglichen Truppenabbau in anderen europäischen Ländern.
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Die Debatte wurde auf Antrag des polnischen Europaabgeordneten Michał Kobosko kurzfristig auf die Tagesordnung der Plenarsitzung in Straßburg gesetzt. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte dem Vorstoß am Montag zu.

Kobosko sprach von „beunruhigenden Signalen“ aus Washington. Die Entscheidungen der Regierung von US-Präsident Donald Trump wirkten chaotisch und hätten Folgen für ganz Europa, sagte der Politiker. Es gehe nicht nur um Polen oder die Nato-Ostflanke, sondern um die europäische Sicherheitsordnung insgesamt.

Nach Medienberichten hat das Pentagon Pläne zur Verlegung von rund 4000 US-Soldaten nach Polen vorerst gestoppt. Zudem wurde zuletzt über einen möglichen Abzug von 5000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland berichtet. Bereits 2025 hatten die USA ihre Militärpräsenz in Rumänien reduziert.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk betonte unterdessen, es gebe „keine Alternative“ zur transatlantischen Partnerschaft. Polen erwarte von seinen Verbündeten Respekt und Verlässlichkeit.

Auch Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz zeigte sich beunruhigt. Er rechne damit, dass offene Fragen zur Rotation amerikanischer Truppen „in den kommenden Tagen geklärt“ würden. Die Regierung sei bislang nicht offiziell über eine Verringerung der US-Präsenz informiert worden.


IAR/PAP/jc

 

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