Der Film erzählt von Thomas Mann, gespielt von Hanns Zischler, der erstmals seit dem Krieg nach Deutschland zurückkehrt und gemeinsam mit seiner Tochter Erika, dargestellt von Sandra Hüller, von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone nach Weimar in der sowjetisch besetzten Zone reist. Das Drehbuch wurde gemeinsam von Paweł Pawlikowski und Henk Handloegten geschrieben. Der Spielfilm wurde in Schwarzweiß gedreht und ist eine europäische Koproduktion, die teilweise in Polen – in Legnica, Wałbrzych und Wrocław – sowie in Deutschland und den Vereinigten Staaten gefilmt wurde. Pawlikowski hat dabei mit seinen langjährigen Mitarbeitern zusammengearbeitet, darunter dem Kameramann Łukasz Żal.
Der Preis ist bereits die zweite Auszeichnung für die beste Regie in Cannes für Paweł Pawlikowski; denselben Preis hatte er bereits 2018 für „Cold War" gewonnen. Sein früherer Film Ida hat den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Es war der erste polnische Film, der so hoch ausgezeichnet wurde.
Die Jury hat den Preis für die beste Regie außerdem gemeinsam an die spanischen Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi für „La Bola Negra" verliehen. Die Goldene Palme ging an den rumänischen Regisseur Cristian Mungiu für „Fjord", ein Drama über Spannungen zwischen einer alteingesessenen Familie und einem religiösen Migrantenpaar in einem kleinen norwegischen Dorf.
Der russische Regisseur Andrei Swjaginzew hat für „Minotaur" den Großen Preis der Jury erhalten. Die Jury des Hauptwettbewerbs wurde vom südkoreanischen Regisseur Park Chan-wook geleitet; zu ihren Mitgliedern gehörten unter anderem die Schauspielerinnen Demi Moore, Ruth Negga sowie der Schauspieler Stellan Skarsgård.
IAR/PR/ps