„Derzeit ist noch unklar, ob es sich um ein Massengrab oder um eine kleinere Bestattung handelt“, hieß es aus dem Team. Die menschlichen Überreste lagen in einer etwa zwei mal drei Meter großen Grube in geringer Tiefe von rund zehn bis 15 Zentimetern. Sichtbar seien Knochen, nach inoffiziellen Angaben wurden auch zwei Schädel gefunden.
Die polnisch-ukrainische Expedition arbeitet seit vergangener Woche auf dem Gelände der heute nicht mehr existierenden Dörfer Ostrówki und Wola Ostrowiecka im Bezirk Luboml. Bereits zuvor waren die Überreste von fünf Personen in einem bislang unbekannten Massengrab entdeckt worden. Ein weiteres Einzelgrab wurde in einem Wald gegenüber dem Friedhof von Ostrówki gefunden.
Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) wurden in Ostrówki und Wola Ostrowiecka bereits in früheren Untersuchungen die Überreste von 674 Polen gefunden, die am 30. August 1943 von Einheiten der ukrainischen Nationalistenorganisation OUN und der UPA ermordet worden waren. Ziel der aktuellen Suche ist es, die Grabstätten weiterer rund 350 Opfer zu lokalisieren.
Nach Abschluss der Sucharbeiten will das IPN bei den ukrainischen Behörden eine Genehmigung für Exhumierungen beantragen. Erst danach können würdige Bestattungen organisiert werden. Die Opfer sollen auf dem Friedhof in Ostrówki beigesetzt werden, wo sich bereits ein Grab mit früher exhumierten Überresten befindet.
Darüber hinaus erhielt das IPN die Zustimmung der ukrainischen Behörden für weitere Sucharbeiten im Ort Huta Pieniacka. „Wir werden dort noch vor den Sommerferien mit den Arbeiten beginnen“, kündigte der stellvertretende IPN-Präsident Krzysztof Szwagrzyk an.
PAP/jc