Deutsche Redaktion

Mörder des polnischen Studenten war Polizei bereits bekannt

04.06.2026 08:09
Der Mann, der Henry Nowak in Southampton erstochen hat, war den britischen Behörden bereits vor der Tat bekannt. Der 23-jährige Digwa war am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 
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Bild:Garry F McHarg/REX/Shutterstock

Demnach war der inzwischen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte Vickrum Digwa bereits 2023 im Zusammenhang mit einem Diebstahl in einem Sikh-Tempel ins Visier der Polizei geraten. Dabei soll es um gestohlene Gegenstände für Kampfsportübungen, darunter auch zeremonielle Waffen, gegangen sein. Zwei Verdächtige wurden damals festgenommen, später jedoch mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen.

Vertreter der Sikh-Gemeinde erklärten britischen Medien zufolge, sie hätten die Polizei bereits vor Jahren auf den Mann aufmerksam gemacht. Nach ihren Angaben erhielt die Gemeinde jedoch lange Zeit keine Rückmeldung zu den Ermittlungen.

Der 23-jährige Digwa war am Montag wegen der Tötung des 18-jährigen Henry Nowak zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht ordnete an, dass er mindestens 21 Jahre im Gefängnis verbringen muss, bevor eine vorzeitige Entlassung geprüft werden kann.

Der Student war im Dezember 2025 in Southampton mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt worden. Der Fall löste landesweit Entsetzen aus, nachdem Aufnahmen einer Polizeikamera veröffentlicht worden waren. Darauf ist zu hören, wie der schwer verletzte junge Mann mehrfach sagt, dass er niedergestochen worden sei und keine Luft bekomme. Wenig später starb er.

Das Vorgehen der Polizei am Tatort wird weiterhin von der unabhängigen Polizeiaufsicht IOPC untersucht. Die Beamten hatten den verletzten Studenten zunächst festgehalten, nachdem der spätere Täter ihm rassistische Beleidigungen vorgeworfen hatte.

Nach der Urteilsverkündung kam es in Southampton zu Protesten. Hunderte Menschen versammelten sich vor einer Polizeistation und forderten Aufklärung über das Verhalten der Einsatzkräfte. Am Abend eskalierte die Lage teilweise. Nach Angaben der Polizei wurden Flaschen, Steine und andere Gegenstände auf Beamte geworfen. Zwei Personen wurden festgenommen.


PAP/jc