Deutsche Redaktion

Schockierende Berichte von Aktivisten der Sumud-Flottille

09.06.2026 04:00
Die Staatsanwaltschaft in Rom hat Ermittlungen gegen den israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, aufgenommen. Hintergrund ist der umstrittene Umgang mit Aktivisten der Gaza-Flottille, die von der israelischen Marine festgesetzt wurde. Italienische Medien berichten über schwerwiegende Vorwürfe.
Ben-Gvir im Juni 2021
Ben-Gvir im Juni 2021wikimedia commons

Die von Ben Gvir im Mai veröffentlichten Aufnahmen haben in Italien Empörung ausgelöst. Zu sehen ist, wie der Minister Aktivisten der Flottille verspottet und demütigt, während diese im israelischen Hafen knien und gefesselt sind. Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt gegen den israelischen Politiker wegen des Verdachts auf Folter sowie rechtswidrige Freiheitsberaubung von Drittpersonen.

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„Pistolen an den Köpfen, Messer an den Kehlen“
Die italienischen Aktivisten der Sumud-Flottille, an der auch Bürger anderer Länder, darunter Polen, beteiligt waren, wurden von der israelischen Marine in internationalen Gewässern festgesetzt und anschließend inhaftiert. Später wurden sie per Flugzeug in die Türkei gebracht. Dort hatten die Italiener medizinische Hilfe erhalten und kehrten anschließend in ihre Heimat zurück, wo sie Anzeige erstatteten und über ihre Erlebnisse berichteten. „Schläge, Knochenbrüche, sexuelle Belästigung, Pistolen an den Köpfen und Messer an den Kehlen, der Einsatz von Hunden und Elektroschockgeräten, kaum Wasser sowie gefesselte Hände und Füße. Medizinische Unterlagen bestätigen ihre Aussagen“, berichtete die Zeitung La Repubblica.

Einreiseverbot in mehrere Länder
Irland hat zwei Mitgliedern der israelischen Regierung die Einreise in sein Staatsgebiet untersagt: dem Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, und dem Finanzminister Bezalel Smotrich, teilte der irische Premierminister Micheál Martin am Freitag mit. Zuvor hatte unter anderem Polen ein fünfjähriges Einreiseverbot gegen Ben Gvir verhängt. Frankreich, Italien und Spanien fordern zudem, den Politiker mit einem EU-weiten Einreiseverbot zu belegen.

RMF/ps

Geheimbericht über den Tod eines polnischen Volontärs in Gaza. Israel schließt Entschädigung aus

05.02.2025 08:00
Das polnische Außenministerium erwartet, dass die Täter bestraft und die Familie des polnischen Freiwilligen Damian Soból entschädigt wird. Der Pole wurde letztes Jahr bei einem israelischen Angriff auf einen internationalen Hilfskonvoi im Gaza-Streifen getötet. „Israel hat die Zahlung einer finanziellen Entschädigung an die Familie des getöteten Freiwilligen ausgeschlossen“, teilte ein Vize-Außenminister mit.

Außenminister verurteilt Israels Vorgehen gegen Global Sumud Flotilla- Aktivisten

21.05.2026 12:00
Wir fordern die Freilassung aller polnischen Staatsbürger, erklärte am Donnerstag der polnische Außenminister Radosław Sikorski. Diesbezüglich werde er den Geschäftsträger Israels in Warschau ins Außenministerium einbestellen, teilte er mit. Berichten zufolge werden derzeit Aktivisten der Global Sumud Flotilla von israelischen Behörden misshandelt.

Polnische Sumud-Aktivisten in Sicherheit

22.05.2026 11:07
Polen verhängte unterdessen ein fünfjähriges Einreiseverbot gegen Israels Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben Gvir.

„Israel entwickelt sich zu einem offen faschistischen Staat“

23.05.2026 15:30
Dem israelischen Verteidigungsminister soll die Einreise nach Polen verboten werden. Hintergrund ist ein von ihm veröffentlichtes Video, auf dem Aktivisten einer Flottille mit humanitärer Hilfe für Gaza erniedrigt und brutal behandelt werden. „Israel wird zumindest für mich zu einem offen faschistischen Staat. Es wendet dieselben Methoden an wie der deutsche Staat in den 1930er- und 1940er-Jahren“, sagte der Journalist des Polnischen Rundfunks Roch Kowalski in der Sendung „Einflusszone“.