Deutsche Redaktion

Polen und Deutschland werden Verteidigungsabkommen unterzeichnen

13.06.2026 12:00
Das am 17. Juni zu unterzeichnende Abkommen soll die bisherigen Verpflichtungen beider Staaten im Bereich der militärischen Zusammenarbeit präzisieren. Polen und Deutschland verfügen über die stärksten Landstreitkräfte Europas und spielen bei der Verteidigung der NATO-Ostflanke eine Schlüsselrolle.
Treffen zwischen den Verteidigungsministern Deutschlands und Polens am 02.07.2025 in Paris.
Treffen zwischen den Verteidigungsministern Deutschlands und Polens am 02.07.2025 in Paris.Władysław Kosiniak-Kamysz/X

Am 17. Juni wollen die Verteidigungsminister Polens und Deutschlands, Władysław Kosiniak-Kamysz und Boris Pistorius, in Berlin ein bilaterales Abkommen über die militärische Zusammenarbeit unterzeichnen. Die Paraphierung erfolgt anlässlich des 35. Jahrestags des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags vom 17. Juni 1991. Wie der stellvertretende polnische Verteidigungsminister, Paweł Zalewski, erklärte, soll das am 17. Juni zu unterzeichnende Abkommen die bisherigen Verpflichtungen beider Staaten im Bereich der militärischen Zusammenarbeit präzisieren.

Zalewski sagte vor Journalisten im Sejm, das Abkommen betreffe die Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften und den Verteidigungsministerien Polens und Deutschlands. Es sei „von zentraler Bedeutung für die Aufgaben, die beide Staaten an der NATO-Ostflanke wahrnehmen und künftig erfüllen werden“.

Wie der Minister erinnerte, sollen nach dem „NATO 3.0“-Konzept die europäischen Staaten mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung übernehmen. Da Polen und Deutschland über die stärksten Landstreitkräfte Europas verfügten, würden sie bei der Verteidigung der NATO-Ostflanke eine Schlüsselrolle spielen. „Das erfordert eine sehr enge und gute Zusammenarbeit“, sagte Zalewski.

Das Abkommen mit Deutschland soll bestehende Verpflichtungen näher ausgestalten. In dieser Hinsicht unterscheide es sich von den im Mai geschlossenen Vereinbarungen mit Großbritannien, sowie von dem vor einem Jahr unterzeichneten Abkommen mit Frankreich. Diese seien mit einer Reihe neuer Verpflichtungen verbunden gewesen und hätten über die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen hinausgereicht. „Wir werden die Umsetzung der Verpflichtungen konkretisieren, die Polen und Deutschland bereits eingegangen sind“, so Zalewski.

Deutsch-Polnisches Forum
Für den 17. Juni ist in Berlin zudem das Deutsch-Polnische Forum geplant. Daran werden die Außenminister beider Länder, Radosław Sikorski und Johann Wadephul, teilnehmen. Anlässlich des 35. Jahrestags der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags wollen die Deutschen Polen außerdem unter anderem den während des Zweiten Weltkriegs geraubten Jagiellonen-Ring zurückgeben. Den Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen hatten am 17. Juni 1991 Bundeskanzler Helmut Kohl und der polnische Ministerpräsident Jan Krzysztof Bielecki unterzeichnet.

PR/IAR/ps

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