Deutsche Redaktion

Polnische Botschaft: „Angriffe auf Neues Polnische Haus in Jerusalem inakzeptabel“

15.06.2026 16:20
„Die wiederholten Schikanen gegen polnische Ordensschwestern im Neuen Polnischen Haus in Jerusalem in den vergangenen Wochen sind inakzeptabel. Sie gefährden Menschen und Sachwerte“, erklärte die polnische Botschaft. „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es in der Mitteilung.
Das Neue Polnische Haus ist ein Kloster der Elisabeth-Schwestern im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim. Zugleich dient es als Pilgerhaus. Das Kloster wurde im Dezember 1941 eingeweiht und gesegnet.
Das Neue Polnische Haus ist ein Kloster der Elisabeth-Schwestern im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim. Zugleich dient es als Pilgerhaus. Das Kloster wurde im Dezember 1941 eingeweiht und gesegnet. Tele2001

Die polnische Botschaft in Jerusalem hat ein Foto einer beschädigten Gedenktafel und einer zerschlagenen Flasche vor dem Neuen Polnischen Haus in Jerusalem veröffentlicht. Die Angriffe auf die Einrichtung dauern bereits seit längerer Zeit an. „Die Bewohner des Viertels Mea Schearim, in dem sich das Neue Polnische Haus befindet, lassen die Elisabeth-Schwestern nicht in Ruhe. Die Polizei stehe oft machtlos da, und die Täter fühlen sich straflos“, berichtete das Portal Gazeta.pl im Jahr 2023.

Eine der Ordensschwestern sagte im Gespräch mit der Polnischen Presseagentur PAP, dass die Nonnen auf der Straße „mit Feindseligkeit und sogar Gewalt konfrontiert werden“. Sie würden angespuckt und beschimpft. Zudem hinterließen Anwohner vor dem Eingang des Hauses Müll und verdorbene Lebensmittel, berichtete die Wochenzeitung „Gość Niedzielny“.

Damals hatte die Polizei zwei Verdächtige festgenommen, die das Kloster beschädigt haben sollen. Es handelte sich um einen 18- und einen 24-Jährigen. Der damalige Sprecher des polnischen Außenministeriums, Paweł Jabłoński, hatte den israelischen Sicherheitsbehörden für die Festnahme gedankt. „Das Außenministerium würdigt die schnelle Reaktion des Staates Israel auf unsere Intervention zum Schutz des Polnischen Hauses in Jerusalem und die Festnahme der mutmaßlichen Täter. Wir hoffen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und sich ähnliche Angriffe nicht wiederholen“, schrieb er.

Auch der damalige israelische Präsident Isaac Herzog hatte die Angriffe auf Christen als „eine echte Schande“ bezeichnet. „Ich verurteile die Gewalt in all ihren Formen, die von einer kleinen extremistischen Gruppe gegen christliche Glaubensstätten und gegen christliche Geistliche in Israel ausgeübt wird“, habe Herzog der Zeitung „Times of Israel“ damals gesagt.

Neues Polnisches Haus in Jerusalem
Das Neue Polnische Haus ist ein Kloster der Elisabeth-Schwestern im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim. Zugleich dient es als Pilgerhaus. Das Kloster wurde im Dezember 1941 eingeweiht und gesegnet. Die Präsenz der Elisabethanerinnen in Jerusalem reicht jedoch bis ins Jahr 1931 zurück. Das Haus, das als „kleine Heimat für Besucher des Heiligen Landes“ bezeichnet wird, verfügt über mehrere Dutzend Übernachtungsplätze für Pilger.
Mea Schearim gehört zu den ältesten jüdischen Vierteln der Stadt und wird überwiegend von orthodoxen Juden bewohnt.

rp/ps

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