Deutsche Redaktion

EU sagt Milliardenhilfe für Ukraine zu

25.06.2026 11:13
Zum Auftakt der internationalen Ukraine-Wiederaufbaukonferenz (Ukraine Recovery Conference) in Gdańsk/Danzig hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue milliardenschwere Hilfen für die Ukraine angekündigt. Noch am Donnerstag werde eine erste Tranche von 3,2 Milliarden Euro aus dem neuen EU-Kreditprogramm in Höhe von insgesamt 90 Milliarden Euro ausgezahlt. In den kommenden Tagen sollen zudem sechs Milliarden Euro für die ukrainische Drohnenproduktion bereitgestellt werden.
Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyentwitter

„Das ist ein Beweis dafür, dass Europas Unterstützung für die Ukraine dauerhaft ist“, erklärte von der Leyen. Gleichzeitig stellte sie einen neuen europäischen Wiederaufbaufonds vor, der gemeinsam von der EU sowie Polen, Deutschland, Frankreich und Italien ins Leben gerufen wurde. Er soll Investitionen von bis zu einer Milliarde Euro in strategische Bereiche der ukrainischen Wirtschaft mobilisieren.


Überschattet wird die Konferenz jedoch von Sicherheitswarnungen aus Kiew. Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation warnte, Russland könne während der Konferenz Provokationen auf ukrainischem Gebiet mit polnischen Symbolen inszenieren. Ziel sei es, die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine weiter zu verschlechtern und politische Spannungen zu schüren.

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten Verstimmung zwischen Warschau und Kiew. Auslöser war die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, einer Militäreinheit den Ehrennamen „Helden der UPA“ zu verleihen. Daraufhin entzog Polens Präsident Karol Nawrocki Selenskyj den Orden des Weißen Adlers. Russische Politiker griffen den Streit umgehend propagandistisch auf.

Begleitet wird die Konferenz von der Fotoausstellung „Ukraine in Focus“, die gemeinsam von der Polnischen Presseagentur PAP und der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform organisiert wurde. Die Ausstellung zeigt 19 Fotografien über den Kriegsalltag in der Ukraine, die Zerstörung des Landes, aber auch die europäische Solidarität und die Hoffnung auf den Wiederaufbau.

An der zweitägigen Konferenz in Danzig nehmen Staats- und Regierungschefs, Minister sowie Vertreter internationaler Finanzinstitutionen teil. Im Mittelpunkt stehen die wirtschaftliche und militärische Unterstützung der Ukraine sowie die Vorbereitung des Wiederaufbaus des Landes.


PAP/jc

OSW-Chef sieht tiefe Krise in den polnisch-ukrainischen Beziehungen

24.06.2026 11:40
Der Direktor des Zentrums für Oststudien (OSW), Wojciech Konończuk, hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, die aktuelle Krise in den Beziehungen zu Polen selbst ausgelöst zu haben. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal Interia sagte Konończuk, Selenskyj fühle sich durch die jüngsten Entwicklungen offenbar persönlich verletzt und mache nun Polen für die Spannungen verantwortlich.

„Selenskyj demonstriert Kleinlichkeit anstatt Stärke"

24.06.2026 13:30
Die Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine wird ab morgen in Gdańsk organisiert. Ohne den Präsidenten der Ukraine. Grund ist das Eklat um die Aberkennung des polnischen Staatsordens für Wolodymyr Selenskyj für dessen Verherrlichung ukrainischer Freiheitskämpfer sowie Kriegsverbrecher aus dem Zweiten Weltkrieg. Einige Kommentatoren sehen dies als Kleinlichkeit seitens des ukrainischen Staatshauptes. Die Abkühlung im politischen Bereich spiegele sich in der Wirtschaft jedoch noch nicht ab. Manche polnische Unternehmen hätten trotzdem bereits Probleme bei der Abwicklung ihrer Geschäfte in der Ukraine und Verluste in Höhe von Millionen. Mehr dazu in der Presseschau.

Kommentar: Polen und die Ukraine in der Spirale des Erinnerungskonflikts

24.06.2026 13:48
Kiew verfügt über keine gute Expertise zu seinem größten westlichen Nachbarn – einem wichtigen EU-Mitglied, das de facto die Funktion eines strategischen Hinterlands im Kampf gegen den Aggressor erfüllt – und will sie auch nicht haben, meint Osteuropaexperte Tadeusz Iwański. Und warnt: Der Streit wird uns noch lange begleiten, ganz zur Freude russischer Spezialisten für kognitive Kriegsführung.