Deutsche Redaktion

Verdacht auf Vergiftung des Präsidenten

30.06.2026 14:00
Der stellvertretende Innenminister hat die Informationen über einen mutmaßlichen Vergiftungsversuch an Präsident Karol Nawrocki während des Präsidentschaftswahlkampfs als „besonders überraschend“ bewertet. Ihm nach deute die Schilderung des Vorfalls auf einen „schwerwiegenden“ Fall hin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Whrend Wahlkampfterminen in Ząbkowice Śląskie und Dzierżoniów soll sich der Gesundheitszustand des damaligen Prsidentschaftskandidaten pltzlich drastisch verschlechtert haben. Er habe demnach kurzzeitig das Bewusstsein verloren.
Während Wahlkampfterminen in Ząbkowice Śląskie und Dzierżoniów soll sich der Gesundheitszustand des damaligen Präsidentschaftskandidaten plötzlich drastisch verschlechtert haben. Er habe demnach kurzzeitig das Bewusstsein verloren. PAP/Jakub Kaczmarczyk

Der stellvertretende Innenminister Czesław Mroczek hat gegenüber dem Nachrichtenportal Wirtualna Polska über ein Buchinterview des Präsidenten gesprochen. Darin habe Karol Nawrocki von einem Vorfall berichtet, der auf eine mögliche Vergiftung hindeuten könnte. Aus der Schilderung gehe hervor, dass es sich um ein schwerwiegendes Ereignis gehandelt habe. „Es war ein schwerwiegender, plötzlich eingetretener Vorfall, der die Gesundheit und das Leben des Präsidenten gefährdete. Dennoch wurden offenbar keinerlei Maßnahmen zu seinem Schutz ergriffen“, sagte Mroczek. Der Fall werfe „erhebliche Fragen“ auf. Es sei unklar, welche Mechanismen in Gang gesetzt wurden oder warum dies nicht geschah. „Die Staatsanwaltschaft soll das klären. Befragt werden die Personen, die damals beim Präsidenten waren und etwas über den Vorfall wissen könnten. Ich bin sicher, dass wir in einigen Wochen mehr wissen werden“, fügte der stellvertretende Minister hinzu.

Im Mittelpunkt stehen Ereignisse, die sich nach Angaben des Präsidenten am 15. Mai 2025 ereignet haben sollen. Beschrieben werden sie in dem Buch „Woher kommt Karol Nawrocki“, einem Interviewband des Historikers Prof. Andrzej Nowak mit Präsident Nawrocki. Während Wahlkampfterminen in Ząbkowice Śląskie und Dzierżoniów soll sich der Gesundheitszustand des damaligen Präsidentschaftskandidaten plötzlich drastisch verschlechtert haben. Er habe demnach kurzzeitig das Bewusstsein verloren. Als mögliche Ursache wird die Verabreichung einer gesundheits- oder lebensgefährdenden Substanz genannt.

Staatsanwaltschaft leitet Prüfverfahren ein
Die Staatsanwaltschaft in Świdnica soll bereits von Amts wegen ein Prüfverfahren eingeleitet haben. Wie ihr Sprecher, Staatsanwalt Mariusz Pindera, am Montag mitteilte, gehe es um den „Verdacht, dass der heutige Präsident der Republik Polen, Karol Nawrocki, während des Präsidentschaftswahlkampfs 2025 einer unmittelbaren Gefahr für Leben oder einer schweren Gesundheitsschädigung ausgesetzt worden sein könnte“.

Nach seinen Angaben handele es sich zunächst um ein Vorprüfungsverfahren. Dabei soll geklärt werden, ob der plötzliche gesundheitliche Zusammenbruch des damaligen Präsidentschaftskandidaten auf das Handeln Dritter zurückzuführen war und der Verdacht einer Straftat bestehe. Sollte sich ein entsprechender Anfangsverdacht bestätigen, werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte Pindera.

Wie das Nachrichtenportal wPolityce.pl berichtet hat, enthalte das Buch eine Schilderung der plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands des heutigen Präsidenten. Nach den Angaben von Karol Nawrocki selbst habe er sich gegen Ende eines Treffens mit Einwohnern von Ząbkowice Śląskie unwohl gefühlt. Er habe seine Mitarbeiter gebeten, ihn zum Wahlkampfbus zu begleiten. Dort legte er sich auf die Rückbank und verlor das Bewusstsein. Zeugen zufolge musste der damalige Präsidentschaftskandidat anschließend heftig erbrechen.

dziennik/ps

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