Deutsche Redaktion

"Erster solcher Vertrag in Europa". Verteidigungsminister über Abkommen mit Anduril

06.07.2026 16:24
 „Von heute an kann sich PGZ mit dem einzigen Vertrag in Europa und der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Anduril rühmen“, sagte Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz.
Bydgoszcz, 06.07.2026. Von links: Piotr Zawieja, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der PGZ S.A., Adam Leszkiewicz, Vorstandsvorsitzender der PGZ S.A., Brian Moran, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Direktor fr Kontinentaleuropa bei Anduril Industries, Brian Moran, der Vorstandsvorsitzende der Militrischen Luftfahrtwerke, Jakub Gaz
Bydgoszcz, 06.07.2026. Von links: Piotr Zawieja, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der PGZ S.A., Adam Leszkiewicz, Vorstandsvorsitzender der PGZ S.A., Brian Moran, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Direktor für Kontinentaleuropa bei Anduril Industries, Brian Moran, der Vorstandsvorsitzende der Militärischen Luftfahrtwerke, Jakub GazPAP/Agnieszka Bielecka

Die polnische Rüstungsindustrie soll künftig amerikanische Marschflugkörper für die eigene Armee fertigen. Die Militärischen Luftfahrtwerke WZL-2 in Bydgoszcz übernehmen gemeinsam mit der staatlichen Polnischen Rüstungsgruppe PGZ die Montage und Produktion von Barracuda-500M des US-Unternehmens Anduril Industries.

Der Vertrag wurde am Montag in Bydgoszcz von PGZ, WZL-2 und Anduril unterzeichnet. An der Zeremonie nahmen Ministerpräsident Donald Tusk sowie Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teil.

"Einziger Vertrag in Europa"

Kosiniak-Kamysz sprach von einer für Europa besonderen Vereinbarung. „Von heute an kann sich PGZ mit dem einzigen Vertrag in Europa und der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Anduril rühmen“, sagte er. Die dadurch entstehenden Fähigkeiten seien „eine vollständige Integration zwischen Armee, Industrie, Wirtschaft und Sicherheitsstrategie“.

Auch die stellvertretende Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka betonte die Sonderstellung des Projekts. Der am Montag unterzeichnete Vertrag sei „die erste solche Vereinbarung, die Anduril in Europa unterzeichnet“.

Der Minister für Staatsvermögen, Wojciech Balczun, nannte das Projekt eine große Chance für die polnische Rüstungsindustrie, neue Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen. Zugleich verwies er auf die Local-Content-Initiative, mit der mehr Produktion und Wertschöpfung im Land bleiben sollen.

Tusk verband die Unterzeichnung mit einem Hinweis auf die Lage der Werke in Bydgoszcz. „Unsere Gegner schrien sehr laut, dass diese Werke untergehen müssten, aber zum Glück haben wir uns ernsthaft an die Arbeit gemacht, auch zugunsten dieser Werke“, sagte der Regierungschef.

Ziel: Entwicklung einer polnischen Version 

Die Vereinbarung ist das Ergebnis eines strategischen Rahmenabkommens vom Oktober 2025. Dessen Ziel war es unter anderem, in Polen einen Standort für die Herstellung amerikanischer Flugkörper aufzubauen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ermöglicht der neue Vertrag zunächst die Montage, später die Produktion und Wartung der Barracuda-Flugkörper in Unternehmen der PGZ. In einem weiteren Schritt soll eine polnische Version entwickelt werden.

Die Barracuda-500M sind autonome raketengetriebene Marschflugkörper großer Reichweite. Sie sollen einen Gefechtskopf von mehr als 45 Kilogramm tragen und Ziele in einer Entfernung von fast 900 Kilometern erreichen können. Gestartet werden können sie von Kampf- und Transportflugzeugen sowie von geeigneten Bodenwerfern.

PAP/adn

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