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Kurz nach Drohnenabkommen mit der EU: Kyjiw erneut unter russischem Beschuss

16.07.2026 11:20
Russland hat Kyjiw nach ukrainischen Angaben erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Der Beschuss kam nur Stunden nach einem EU-Besuch, bei dem Brüssel und Kyjiw eine engere Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion vereinbarten.
Die Prsidentin der Europischen Kommission, Ursula von der Leyen (3. von links), die Prsidentin von Moldawien, Maia Sandu (3. von rechts), der Prsident von Albanien, Bajram Begaj (2. von links), der Prsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj (4. v. r.) und die First Lady der Ukraine Olena Selenska (5. v. r.) whrend der Feierlichkeiten zum Tag de
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (3. von links), die Präsidentin von Moldawien, Maia Sandu (3. von rechts), der Präsident von Albanien, Bajram Begaj (2. von links), der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj (4. v. r.) und die First Lady der Ukraine Olena Selenska (5. v. r.) während der Feierlichkeiten zum Tag dePAP/Vladyslav Musiienko

Bei nächtlichen russischen Raketenangriffen auf Kyjiw sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Zivilisten getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden, darunter ein Minderjähriger. Der Beschuss erfolgte wenige Stunden nach einem Besuch europäischer Spitzenvertreter in der ukrainischen Hauptstadt, bei dem die EU und die Ukraine ein Drohnenabkommen vereinbart hatten.

Nach ukrainischen Angaben setzte Russland ballistische Raketen ein. Raketen oder Trümmerteile seien in zwei Stadtteilen Kyjiws eingeschlagen. Mehrere Verletzte wurden demnach in Krankenhäuser gebracht.

EU und Kiew schließen Drohnen-Abkommen 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bei ihrem Besuch am Mittwoch angekündigt, dass ukrainische Drohnen künftig auch in europäischen Fabriken produziert werden sollen. Die Ukraine bringe Kampferfahrung und Wissen ein, die Europäische Union ihre industrielle Basis, um die Produktion auszuweiten.

„Wir müssen dieses Potenzial gemeinsam nutzen“, sagte von der Leyen in Kyjiw. Das ukrainische Wissen über Drohnen- und Anti-Drohnen-Systeme sei „wirklich einzigartig“. Europa sehe sich ebenfalls einer wachsenden Bedrohung durch Drohnentechnologie ausgesetzt, sagte die Kommissionspräsidentin weiter. „Uns fehlt jedoch das Wissen und die Erfahrung, die unter Kampfbedingungen gewonnen wurden und die die Ukraine entwickelt hat.“

Der Besuch war in einen Gipfel der Ukraine mit Staaten Südosteuropas eingebettet. Daran nahmen neben Präsident Wolodymyr Selenskyj und von der Leyen unter anderem Serbiens Präsident Aleksandar Vučić, Moldaus Präsidentin Maia Sandu und Rumäniens Präsident Nicușor Dan teil. Selenskyj zeichnete von der Leyen mit dem Orden Europas aus, der an Unterstützer des ukrainischen Unabhängigkeitskampfs und des EU-Kurses des Landes vergeben wird. Einen Tag zuvor hatte die EU in den Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine den zweiten von sechs Verhandlungsclustern eröffnet, der die Außen- und Verteidigungspolitik betrifft. In Polen sorgte die Aussage Selenskyjs bei der Preisverleihung für Aufmerksamkeit, dass es sich um einen Orden handelt, "der nicht entzogen oder zurückgenommen werden kann", da die Ukraine ihr Wort halte. Die Äußerung wird als Seitenhieb in Richtung Polens Staatspräsident gelesen, der Selenskyj den Orden des Weißen Adlers aberkannt hatte

Auch ukrainische Drohnen griffen gestern Nacht Ziele in Russland an. Ziel war der Militärflugplatz Engels, von dem ein Teil der russischen Bomber startet, die Angriffe auf die Ukraine fliegen.

IAR/adn

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