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"Die Prioritäten sind klar." Selenskyj kündigt Öffnung aller Wolhynien-Archive an

17.07.2026 19:47
Die Entscheidungen seien bei einer Beratung über die ukrainische Politik gegenüber Polen getroffen worden, teilte Selenskyj am Freitag mit. Geöffnet werden sollen die einschlägigen Bestände des Inlandsgeheimdienstes SBU und des ukrainischen Auslandsnachrichtendienstes.
Der ukrainische Prsident Wolodymyr Selenskyj spricht whrend einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Kiew, Ukraine, am 16. Juli 2026. Keir Starmer war nach Kiew gereist, um sich angesichts der anhaltenden russischen Invasion mit hochrangigen ukrainischen Vertretern zu treffen. EPASERGEY DOLZHENKO Quell
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Kiew, Ukraine, am 16. Juli 2026. Keir Starmer war nach Kiew gereist, um sich angesichts der anhaltenden russischen Invasion mit hochrangigen ukrainischen Vertretern zu treffen. EPA/SERGEY DOLZHENKO QuellEPA/SERGEY DOLZHENKO Quelle: PAP/EPA

Kiew – Die Ukraine will sämtliche Archive ihrer Sicherheits- und Nachrichtendienste zu den historischen Gewalttaten in Wolhynien öffnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte zugleich deutlich mehr Genehmigungen für Such- und Exhumierungsarbeiten an. Die Schritte sollen die Aufarbeitung erleichtern und die zuletzt angespannten Beziehungen zu Polen stabilisieren.

Die Entscheidungen seien bei einer Beratung über die ukrainische Politik gegenüber Polen getroffen worden, teilte Selenskyj am Freitag mit. Geöffnet werden sollen die einschlägigen Bestände des Inlandsgeheimdienstes SBU und des ukrainischen Auslandsnachrichtendienstes.

Zudem will Kiew eine größere Zahl von Such- und Exhumierungsprojekten genehmigen. Gemeinsam mit der polnischen Seite müssten ausreichende Kapazitäten für diese Arbeiten geschaffen werden, erklärte Selenskyj. Das Ukrainische Institut für Nationales Gedächtnis soll konkrete Vorschläge vorlegen und zusätzliche staatliche Unterstützung erhalten.

Geplant ist außerdem ein breiterer Dialog zwischen der ukrainischen und der polnischen Gesellschaft. Selenskyj erklärte, beide Länder benötigten gutnachbarschaftliche, gleichberechtigte und auf gegenseitigem Respekt beruhende Beziehungen. Er würdigte zugleich die umfangreiche Unterstützung Polens seit Beginn des russischen Angriffskrieges.

Der Streit über die Massaker in Wolhynien und Ostgalizien während des Zweiten Weltkriegs belastet das Verhältnis beider Staaten seit Jahrzehnten. In Polen wird die Ukrainische Aufstandsarmee UPA für die Ermordung Zehntausender polnischer Zivilisten verantwortlich gemacht. Während Polen die Verbrechen als Völkermord einstuft, erinnert die Ukraine zugleich an den Kampf der UPA gegen die sowjetische Herrschaft.

Zuletzt war der Konflikt erneut eskaliert, nachdem eine ukrainische Militäreinheit einen Namen mit Bezug zur UPA erhalten hatte. Polens Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj daraufhin den Weißen-Adler-Orden. 

pr24/adn

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