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Gedenkmarsch erinnert an Deportationen aus dem Warschauer Ghetto

22.07.2026 08:45
Mit einem Gedenkmarsch wird am Mittwoch in Warschau an den Beginn der Deportationen aus dem Warschauer Ghetto vor 84 Jahren erinnert. Der Marsch startet am ehemaligen Umschlagplatz, von dem aus die deutschen Besatzer ab dem 22. Juli 1942 rund 300.000 Jüdinnen und Juden in das Vernichtungslager Treblinka deportierten. Die diesjährige, 15. Ausgabe der Veranstaltung ist den Frauen im Warschauer Ghetto gewidmet.
Am 22. Juli 1942 begannen die Deutschen mit der Deportation von Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka. Mehr als zwei Monate lang wurden tglich zwischen 5.000 und 7.000 Juden mit dem Zug vom Warschauer Umschlagplatz nach Treblinka transportiert, wo sie ermordet wurden. Fast 300.000 Juden kamen dort ums Leben.
Am 22. Juli 1942 begannen die Deutschen mit der Deportation von Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka. Mehr als zwei Monate lang wurden täglich zwischen 5.000 und 7.000 Juden mit dem Zug vom Warschauer Umschlagplatz nach Treblinka transportiert, wo sie ermordet wurden. Fast 300.000 Juden kamen dort ums Leben.Bundesarchiv, Bild 101I-270-0298-07 / Amthor / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons

Die sogenannte „Große Aktion“ begann am 22. Juli 1942 und war Teil des nationalsozialistischen Plans zur vollständigen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Die deutschen Behörden täuschten die Bewohner des Ghettos, indem sie behaupteten, die Menschen würden zu Arbeitseinsätzen im Osten umgesiedelt. Tatsächlich wurden sie in Güterwagen nach Treblinka gebracht und dort unmittelbar nach ihrer Ankunft größtenteils ermordet.

Innerhalb weniger Wochen wurden mindestens 254.000 Menschen deportiert, nach Schätzungen einiger Historiker sogar mehr als 300.000. Nach Abschluss der Aktion verblieben rund 60.000 Juden im Ghetto. Die meisten von ihnen wurden nach der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto im Frühjahr 1943 getötet.

Der diesjährige Gedenkmarsch beginnt um 18.00 Uhr am Umschlagplatz und führt durch den Warschauer Stadtteil Muranów bis zum Rachel-Auerbach-Platz. Dort wird eine eigens für den Anlass geschaffene Kunstinstallation der Künstlerin Zuzanna Hertzberg eröffnet. Begleitet wird die Veranstaltung von einer szenischen Lesung mit Schauspielerinnen des Jüdischen Theaters, die auf Texten aus dem Ringelblum-Archiv basiert, sowie einem musikalischen Programm.

„Mit der Teilnahme am Gedenkmarsch legen wir gemeinsam Zeugnis davon ab, dass der Versuch, die Verbrechen der Shoah und die Erinnerung an ihre Opfer auszulöschen, gescheitert ist“, erklärten die Veranstalter.

 

PAP/jc