Zu den Gedenkfeiern gehörte eine „Parade des Respekts“ durch das Zentrum von Warschau. Sie endete am Denkmal für den Polnischen Untergrundstaat und die Heimatarmee. Dort fanden staatliche Zeremonien mit Veteranen und führenden Vertretern des Staates statt. Premier Tusk erinnerte daran, dass die Heimatarmee in den dunkelsten Momenten des Zweiten Weltkriegs für Freiheit und Würde Polens gekämpft hatte. Sie war die größte Untergrundarmee Europas. In ihrer Hochphase zählte sie nach seinen Worten fast 380.000 Aufständische.
„Trotz Mangel und ständiger Gefahr hatten ihre Soldaten einen konsequenten, umfassenden Kampf gegen den Besatzer durchgeführt“, sagte Tusk. Er hat den ersten Befehlshaber der Heimatarmee, General Stefan Rowecki „Grot“ mit den Worten zitiert: „Wir kämpfen nicht für vom Leben losgelöste Ideale; wir kämpfen für den Menschen, für sein Recht auf Freiheit, Würde, Wahrheit und die eigene Heimat.“
„Diese Worte sind auch heute von großer Aktualität“, sagte Tusk. Er kündigte an, die Botschaft später vor Staats- und Regierungschefs auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu wiederholen. „Der Kampf um Würde, Freiheit und die eigene Heimat endet nie“, so der Regierungschef. Rund 100.000 Soldaten der Heimatarmee seien im Krieg gefallen, erklärte Tusk. Viele Überlebende hätten nach 1945 den Widerstand gegen die sowjetische Vorherrschaft fortgesetzt. „Die Veteranen, denen wir begegnen, sind lebendiges Zeugnis von Heldentum und Opferbereitschaft“, sagte er.
Präsident Karol Nawrocki schrieb auf X, die Soldaten der Heimatarmee hätten „aus Liebe zu Polen“ für Unabhängigkeit und Souveränität gekämpft. Er erinnerte daran, dass General Władysław Sikorski am 14. Februar 1942 die Gründung der Heimatarmee als bewaffneten Arm des Polnischen Untergrundstaates angeordnet habe. Sie sei „ein Symbol der Treue zur Republik und des ungebrochenen Kampfes um Freiheit“, schrieb er.
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, Mut und Standhaftigkeit der Heimatarmee seien bis heute Vorbild für die Streitkräfte. „Ihr Erbe lebt in den Polnischen Streitkräften fort“, schrieb er. An einem Gedenkappell mit Kranzniederlegung haben hochrangige Vertreter des Staates teilgenommen, darunter Spitzenpolitiker des Parlaments. Der Präsident und der Verteidigungsminister ließen sich durch Beauftragte vertreten. Janusz Komorowski, Vorsitzender des Weltverbandes der Soldaten der Heimatarmee, sagte, die Organisation habe in einer existenziellen nationalen Krise „wahrhaft prinzipienfeste Menschen“ vereint und Generationen von Polen geprägt.
Der Nationale Gedenktag für die Soldaten der Heimatarmee wurde 2025 eingeführt. Er wird am 14. Februar begangen, dem Jahrestag ihrer Gründung. Die Heimatarmee war eine konspirative militärische Organisation unter der polnischen Exilregierung. Ihr Auftrag war der landesweite Widerstand und die Vorbereitung eines allgemeinen Aufstands mit dem langsamen Niedergang der nationalsozialistischen Besatzungsmacht.
PAP/ps