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Archäologen lösen Rätsel um Skelette unter Görings Haus in der Wolfsschanze

24.07.2026 11:26
Archäologen haben nach eigenen Angaben das Rätsel um menschliche Überreste unter dem ehemaligen Wohnhaus von Hermann Göring in der Wolfsschanze gelöst. Das Gebäude sei auf einem älteren Friedhof errichtet worden, teilte ein Forscherteam der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN) mit.
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Bild:U.S. National Archives and Records Administration, Суспільне надбання (Public Domain), https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16574020

Die Wissenschaftler untersuchen das Gelände seit drei Wochen. Bereits vor zwei Jahren waren unter dem Fußboden des Gebäudes die Skelette von sechs Menschen entdeckt worden. Damals blieb ungeklärt, wer die Toten waren und weshalb sie dort bestattet wurden.

Bei den aktuellen Ausgrabungen fanden die Archäologen fünf weitere Gräber sowie zwei Ansammlungen menschlicher Knochen. Eines der Skelette liege direkt unter dem Fundament des Gebäudes. Das belege eindeutig, dass das Haus erst nach der Anlage des Friedhofs errichtet worden sei, sagte Jakub Niebylski.

Nach Angaben der Forscher wurden bei den Bauarbeiten sogar menschliche Überreste ausgehoben und in einen Graben geworfen. Dies spreche dafür, dass den Bauarbeitern bewusst gewesen sei, dass sie auf einem Friedhof bauten. Einige Schädel wiesen zudem Brandspuren auf. Das Alter des Friedhofs ist bislang unklar.

Die Forscher vermuten, dass auf eine Umbettung der Toten aus Zeitgründen verzichtet wurde. Görings Wohnhaus sei erst 1944 errichtet worden, als das Deutsche Reich den Krieg bereits verlor und die Wolfsschanze nur noch eingeschränkt genutzt wurde. Diese Erklärung müsse jedoch noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Die Wolfsschanze in Masuren war während des Zweiten Weltkriegs das wichtigste Hauptquartier Adolf Hitlers. Von dort aus leitete Hitler über mehr als 800 Tage den Krieg gegen die Sowjetunion. Im Juli 1944 verübte Claus Schenk Graf von Stauffenberg dort das gescheiterte Attentat auf Hitler.


IAR/PAP/jc