„Wir haben unsere Vorschläge der amerikanischen Seite übergeben“, sagte Selenskyj in einer am Dienstagabend veröffentlichten Videoansprache. Die USA könnten die ukrainische Verteidigungsfähigkeit stärken, vor allem bei der Luftabwehr. Gleichzeitig sollten sie Druck auf Russland ausüben, damit Moskau seine Pläne ändere und sich auf ein Ende des Krieges vorbereite, statt den Krieg fortzusetzen.
Selenskyj warnte außerdem vor einer möglichen neuen Mobilisierungswelle in Russland. Nach den russischen Parlamentswahlen könnte Moskau bis zum Jahresende „mehrere hunderttausend“ Menschen mobilisieren, sagte der ukrainische Präsident. Im kommenden Jahr könnte die Zahl noch höher sein. Die Mobilisierung wäre eine Ergänzung zur laufenden Rekrutierung von Vertragssoldaten.
Kritik übte Selenskyj auch an der Entscheidung des russischen Obersten Gerichts, die Oppositionspartei Jabloko von der Teilnahme an den kommenden Parlamentswahlen auszuschließen. Wenn Kremlchef Wladimir Putin tatsächlich so sehr den Krieg wolle, dass er sogar eine Partei ausschließe, die über Frieden spreche, seien seine Prioritäten „sonnenklar“, sagte Selenskyj.
Nach seinen Angaben will der Kreml mit den Wahlen den Eindruck vermitteln, dass die russische Bevölkerung den Krieg unterstützt.
IAR/jc