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Immer mehr tote Fische im Gleiwitzer Kanal

17.08.2026 17:30
Im Gleiwitzer Kanal werden immer mehr tote Fische entdeckt. Seit Samstag haben Mitarbeiter der polnischen Wasserbehörde bereits fast eine halbe Tonne Fische geborgen. Die Lage wird von Stunde zu Stunde ernster. Vieles deute darauf hin, dass eine giftige Blüte der Goldalge die Ursache sein könnte.
Die ersten toten Fische  rund 34 Kilogramm  wurden bereits am Samstag aus dem Wasser geborgen. Am Sonntag waren es schon 280 Kilogramm.
Die ersten toten Fische – rund 34 Kilogramm – wurden bereits am Samstag aus dem Wasser geborgen. Am Sonntag waren es schon 280 Kilogramm. Shutterstock/Adnan Buyuk

Wie der Radiosender RMF-FM berichtet, werden erst die Untersuchungsergebnisse endgültig klären, warum die Fische verendet sind. Vieles deute jedoch darauf hin, dass die Goldalge dafür verantwortlich ist. Die ersten toten Fische – rund 34 Kilogramm – wurden bereits am Samstag aus dem Wasser geborgen. Am Sonntag waren es schon 280 Kilogramm. Am Montagvormittag haben die Mitarbeiter weitere 160 Kilogramm tote Fische aus dem Kanal geholt. Insgesamt sind das innerhalb weniger Tage fast eine halbe Tonne.



Goldalge breitet sich weiter aus
Untersuchungen bis zum 10. August ergaben, dass die Zahl der Goldalgenzellen auf mehr als 270 Millionen Zellen pro Liter gestiegen war. Die jüngsten Daten der polnischen Umweltinspektion vom Freitag sind noch besorgniserregender: Im Hafen von Gliwice stieg die Konzentration der Goldalge auf knapp 530 Millionen Zellen pro Liter Wasser.

Höchste Gefahrenstufe
Angesichts der dramatischen Lage wurde im Hafen von Gleiwitz die dritte und höchste Warnstufe wegen der Algenblüte ausgerufen. Die Behörden überwachen die Situation laufend. Die Ausbreitung der Goldalge im Gleiwitzer Kanal wird durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt. Dazu zählen unter anderem stehendes Wasser, die Erwärmung während der Hitze sowie ein hoher Salzgehalt.

Die Goldalge (Prymnesium parvum) ist eine Alge, deren Blüten giftig sind. Wissenschaftler machten sie für die Umweltkatastrophe in der Oder im Jahr 2022 verantwortlich. Damals kam es zu einem massenhaften Fischsterben sowie zum Sterben von Muscheln, Schnecken und anderen Kiemenatmern. Auch im Dzierżno-Duże-Stausee hatte die Goldalge 2024 zu einem massenhaften Fischsterben geführt.

RMF24/ps

Erneut tote Fische in der Oder aufgetaucht

12.06.2023 09:22
Bislang hat die Untersuchung die für die Umweltkatastrophe vom vergangenen Jahr verantwortliche „Goldalge" nicht bestätigt.

Hitzewelle könnte Rückkehr der Goldalge bedeuten

12.08.2023 08:00
Die polnische Klimaminister hat davor gewarnt, dass eine in den nächsten Tagen zu erwartende Hitzewelle in Polen das Risiko einer Goldalgenblüte in der Oder erhöhen könnte. 

Oder: Die Katastrophe könnte sich wiederholen

19.07.2024 07:14
„Es könnte sein, dass die Oder bis zum Ende sterben wird, neben uns, und wir werden es nicht bemerken. Die Katastrophe mag nicht so „spektakulär“ sein wie vor zwei Jahren, weil es einfach weniger Fische gibt. Aber sie dauert an”, warnt im Polnischen Rundfunk Dorota Serwecińska, Spezialistin für den Gewässerschutz bei WWF (World Wildlife Fund) Polen.

Kritik an der Regierung: Opposition fordert Maßnahmen gegen die Goldalge in der Oder

20.08.2024 10:56
Um eine erneute Katastrophe in der Oder aufgrund des Wachstums der Goldalge zu vermeiden, sollten die derzeitigen Regierungsverantwortlichen auf bewährte Lösungen ihrer Vorgänger zurückgreifen, so die Forderung der PiS-Abgeordneten am Montag. Polen brauche eine Regierung, die bei Krisen präsent sei, anstatt sich vor Problemen zu drücken, erklärten die Abgeordneten der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) bei einer Pressekonferenz im Parlament.