Die Entscheidung über die Untersuchungshaft traf das Kreisgericht in Miskolc am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Dies teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft des Komitats Borsod-Abaúj-Zemplén, Tamas Barko, mit.
Der Verdächtige hat bislang keine Aussage gemacht. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen kam es zu dem Unfall vermutlich infolge eines Einschlafens des Fahrers am Steuer, sagte Barko. In einer zuvor veröffentlichten Mitteilung hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, der Fahrer sei „nicht in der Lage gewesen, das Fahrzeug sicher zu führen“. Der Reisebus kam daraufhin über den Seitenstreifen von der Fahrbahn ab und kippte anschließend an einer Böschung neben der Autobahn auf die Seite.
Der Fahrer wurde von der ungarischen Polizei festgenommen und als Verdächtiger wegen fahrlässiger Verursachung eines Verkehrsunfalls mit mehreren Todesopfern vernommen. Die Staatsanwaltschaft sah die Gefahr, dass der Verdächtige fliehen, sich dem Verfahren entziehen oder die Beweisaufnahme behindern könnte. Aus diesem Grund beantragte sie auf Antrag der Polizei beim Gericht die Anordnung der Untersuchungshaft.
12 Menschen tot, Verletzte nach Polen gebracht
Das Unglück ereignete sich am Sonntag gegen 1 Uhr auf der Autobahn M3 im Nordosten Ungarns. In dem Reisebus waren 59 polnische Staatsbürger von einer Pilgerreise nach Bosnien und Herzegowina auf dem Rückweg: 57 Passagiere und zwei Fahrer. Bei dem Unfall kamen 12 Menschen ums Leben. Zehn Menschen wurden in sehr schwerem Zustand in ungarische Krankenhäuser gebracht, 37 weitere Passagiere erlitten leichtere Verletzungen.
Alle Todesopfer waren erwachsene Einwohner der Woiwodschaft Karpatenvorland. Am Montagabend landete auf dem Flughafen Jasionka bei Rzeszów ein Flugzeug mit der ersten Gruppe der Verletzten. 21 Menschen sind nach Polen zurückgekehrt. Fünf von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht, 16 konnten nach Hause zurückkehren. Wie die ungarische Polizei mitgeteilt hat, soll die Obduktionen der Opfer am Freitag abgeschlossen sein. Danach können die Leichname nach Polen überführt werden.
PAP/ps