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Benzinengpässe in Russland: Raffinerieangriffe setzen Versorgung unter Druck

25.08.2026 11:11
Russische Branchenportale melden massive Engpässe bei Benzin der Sorte Pb-95; zugleich brennt erneut eine Raffinerie, und der Kreml schafft sich per Dekret Zugriff auf unzureichend geschützte Infrastruktur.
Rafineria w Syzraniu wstrzymała pracę po ataku ukraińskich dronów
Rafineria w Syzraniu wstrzymała pracę po ataku ukraińskich dronówx.com

Moskau/Krasnodar – In Russland mehren sich Hinweise auf Versorgungsprobleme mit Benzin, während ukrainische Drohnenangriffe weiter Raffinerien und andere Infrastruktur treffen. Nach Angaben der russischen Branchenportale Infotek und Benzonaft haben fast 80 Prozent der Tankstellen in Russland kein Benzin der Sorte Pb-95. Betroffen seien demnach unter anderem Moskau, Regionen im Fernen Osten sowie von Russland besetzte Gebiete einschließlich der Krim. 

„Von 34 großen Raffinerien mussten bereits mehr als 20 wegen Schäden an Produktionslinien die Produktion einstellen“, heißt es in der Meldung. Die Portale führen die Engpässe auf die Folgen ukrainischer Drohnenangriffe auf Raffinerien, Lager und Leitungen zurück.

In der Nacht zum Dienstag wurde ein weiterer Angriff aus dem Gebiet Krasnodar gemeldet. Nach Angaben von Ukrinform brach auf dem Gelände der Raffinerie Afipski nach einem Drohnenangriff ein Feuer aus. Der Gouverneur der Region, Weniamin Kondratjew, teilte in sozialen Netzwerken mit, zwei Menschen seien getötet und zwei weitere verletzt worden. Nach seinen Angaben wurden mindestens zehn Wohnhäuser beschädigt; Trümmerteile seien zudem auf den Bahnhof Afipskaja gefallen.

Die Raffinerie Afipski gehört zu den größeren Ölverarbeitungsanlagen im Süden Russlands. Ihre jährliche Verarbeitungskapazität liegt bei 6,25 Millionen Tonnen. Sie produziert unter anderem Diesel, Benzin, Masut und weitere Ölprodukte.

Der Kreml reagiert inzwischen mit weitergehenden Eingriffsmöglichkeiten. Präsident Wladimir Putin räumte dem Staat per Dekret Befugnisse ein, die zeitweilige Verwaltung von kritischer Infrastruktur zu übernehmen, wenn Anlagen als unzureichend gegen ukrainische Drohnenangriffe oder andere Gefahren geschützt gelten. Betroffen sein können demnach Treibstoff-, Energie-, Industrie-, Kommunikations-, Transport- und Logistikanlagen. 

IAR/adn

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