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EU-Haushalt: Costa sondiert rote Linien der Mitgliedstaaten

25.08.2026 11:20
EU-Ratspräsident Antonio Costa sondiert in den Hauptstädten die Positionen zum nächsten EU-Haushalt. Polen hofft auf mehr als 123 Milliarden Euro aus dem Kommissionsvorschlag – Deutschland und andere Nettozahler drängen zu Kürzungen.
Иллюстративное фотоФото: pixabay.com

Brüssel/Warschau – Die Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt gehen in die entscheidende Vorbereitungsphase. Ratspräsident Antonio Costa startet an diesem Dienstag eine Reise durch die Hauptstädte der Mitgliedstaaten, um vor den Verhandlungen über den Finanzrahmen 2028 bis 2034 Positionen und „rote Linien“ auszuloten.

Erste Station ist die Slowakei. Nach Gesprächen in Bratislava reist Costa noch am selben Tag nach Estland weiter. Am Mittwoch stehen Treffen in Vilnius und Riga auf dem Programm, am Donnerstag wird er in Prag erwartet. Die Tour durch die EU-Hauptstädte soll bis zum 17. September dauern.

Ein Besuch Costas in Polen wird nach inoffiziellen Informationen der Brüsseler Korrespondentin Beata Płomecka vorläufig für den 9. September erwogen. Der Termin ist nicht bestätigt.

Polen hofft auf Rekordzuschüsse, Deutschland bremst

Für Polen geht es bei den Verhandlungen um viel. Die EU-Kommission hatte im Juli vergangenen Jahres einen Haushaltsentwurf von rund zwei Billionen Euro vorgelegt. Nach diesem Vorschlag könnte Polen mehr als 123 Milliarden Euro erhalten – eine Rekordsumme, die aber noch nicht zugesagt ist.

Warschau gehört zu den Staaten, die ein hohes Niveau der EU-Förderung für Regionalentwicklung und Landwirtschaft erhalten wollen. Auf der anderen Seite stehen Nettozahler wie Deutschland, die Niederlande oder Schweden. Diese Länder zahlen mehr in den EU-Haushalt ein, als sie daraus erhalten, und verlangen deutliche Kürzungen. 

Costa fällt bei der Suche nach einem Kompromiss eine zentrale Rolle zu. Noch vor dem EU-Gipfel im Oktober soll die irische Ratspräsidentschaft eigene Vorschläge für die Finanzierung der Union nach 2027 vorlegen. Ende November ist ein Haushaltsgipfel geplant. In Brüssel gilt eine Einigung bis Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres als Ziel – möglichst vor den französischen Präsidentschaftswahlen Ende April und Anfang Mai, weil der Wahlkampf die Verhandlungen erschweren könnte.

IAR/adn

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