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Polen und Tschechien kooperieren bei Bewerbung um KI-Gigafabrik

04.09.2026 11:42
Polen und Tschechien wollen gemeinsam eine europäische KI-Gigafabrik in die Region holen. Laut „Rzeczpospolita“ gelten Posen und Krakau als mögliche Standorte, entschieden ist aber noch nichts.
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Pixabay LicenseImage by Gerd Altmann from Pixabay

Polen und Tschechien wollen ihre Kräfte bündeln, um eine europäische KI-Gigafabrik in die Region zu holen. Wie die Zeitung „Rzeczpospolita“ berichtet, haben sich Warschau und Prag über eine Zusammenarbeit beim Aufbau einer großen Infrastruktur für künstliche Intelligenz verständigt. Eine Entscheidung über den Standort ist noch nicht gefallen. Nach Angaben der Zeitung kommen in Polen vor allem Posen und Krakau infrage. Die Kosten einer solchen Investition werden demnach auf mehr als zehn Milliarden Złoty geschätzt.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Gigafabrik bekommen, ist hoch, aber noch nicht hundertprozentig“, sagte der stellvertretende Digitalisierungsminister Dariusz Standerski der „Rzeczpospolita“. Das Vorhaben habe auch Unterstützung aus Ungarn, Litauen, der Slowakei und Kroatien. Die polnisch-tschechische Zusammenarbeit soll nach Angaben des Digitalisierungsministeriums unter anderem in der „Konsultation von Positionen in europäischen Foren sowie Kooperation bei der Nutzung von Finanzierungen“ bestehen.

Laut „Rzeczpospolita“ könnten sich mehrere polnische Standorte und Unternehmen um das Projekt bemühen. Für Posen nennt die Zeitung ein Umfeld rund um das Posener Supercomputing- und Netzwerkzentrum sowie das mit Sebastian Kulczyk verbundene Unternehmen Beyond. Als zweiter möglicher Standort gilt Krakau, wo die KI-Fabrik Gaia und das Akademische Computerzentrum Cyfronet AGH eine Rolle spielen sollen. Krakau habe zudem Unterstützung von InPost-Chef Rafał Brzoska. Als weitere Interessenten werden Allegro, Orange, Synerise und Cloudferro genannt.

Die Europäische Kommission entscheidet, welches Konsortium die Investition umsetzen darf. Der Staat kann nach Angaben der Zeitung nicht direkt in die Auswahl eingreifen. Die polnische Regierung bereitet jedoch Erleichterungen vor: Das Digitalisierungsministerium arbeitet demnach an einem Sondergesetz, das rechtliche und administrative Verfahren vereinfachen soll. Außerdem seien Mittel für den nationalen Eigenanteil gesichert.

Mittel- und osteuropäische Staaten rücken im KI-Bereich enger zusammen

Rückenwind erhält das Vorhaben durch eine in Prag unterzeichnete Erklärung von neun mittel- und osteuropäischen Staaten. Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Litauen, Lettland und Rumänien wollen bei künstlicher Intelligenz enger zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen und ihre Positionen zur EU-Politik koordinieren. Dazu gehört auch die Entwicklung von Recheninfrastruktur wie großen Datenzentren und sogenannten KI-Gigafabriken.

Die EU hatte Ende Juli ein Bewerbungsverfahren für sieben KI-Gigafabriken in Europa angekündigt. Solche Anlagen können in einem einzelnen Mitgliedstaat oder als grenzüberschreitende Projekte entstehen. Die Konsortien sollen ihre Angebote im November einreichen. Nach Zustimmung der Europäischen Kommission und Vertragsunterzeichnung bleiben 18 Monate für die Umsetzung.

IAR/adn

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