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Sikorski kritisiert Nawrocki wegen Haltung zu Deutschland und Ukraine

07.09.2026 11:15
Polens Außenminister Radosław Sikorski hat Präsident Karol Nawrocki wegen dessen Äußerungen zu Deutschland und zur Ukraine scharf kritisiert. „Wir sind mit dem Westen verbündet, darunter mit Deutschland, aber bei einigen auf der rechten Seite kommt das offenbar nicht an“, sagte Sikorski in der Sendung „Super Express“.
Radosław Sikorski
Radosław SikorskiPR

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fragte der Außenminister: „Es herrscht ein russisch-ukrainischer Krieg – und wen greift unser Präsident an? Deutschland und die Ukraine.“ Dies diene „nicht den polnischen Interessen“, sagte Sikorski.

Zugleich äußerte sich der Minister zu den jüngsten Aktivitäten Russlands. Putin sei derzeit nicht in der Lage, eine umfassende Offensive gegen den Westen zu führen. „Alle seine Kräfte sind in der Ukraine gebunden, und seit 13 Jahren ist er nicht in der Lage, den gesamten Donbass zu erobern“, sagte Sikorski. Moskau könne jedoch seine bisherigen Aktivitäten verstärken, einen „Terror-Krieg“ führen und versuchen, Provokationen auszulösen.

Sikorski verwies zudem auf die Gefahr, dass Russland einen Angriff auf einen schwächeren westlichen Staat als Test für die Bündnissolidarität betrachten könnte. „Putin könnte denken, dass sich bei einem Angriff auf einen der schwächeren Staaten des Westens herausstellt, dass Artikel 5 nicht funktioniert, und dass die NATO dann nach seinen Vorstellungen zerfällt“, sagte der Außenminister. Seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine sei die NATO jedoch um zwei starke Länder gewachsen.

Auch die Diskussion über die Lieferung von Patriot-Luftabwehrsystemen an die Ukraine kommentierte Sikorski. Polen habe bereits in der Vergangenheit auf Bitten der USA und der NATO Patriot-Systeme an die Ukraine abgegeben. „Wir sind Mitglied des Bündnisses, und entgegen dem, was Herr Błaszczak sagt, sind wir zu einer gewissen Bündnissolidarität verpflichtet“, sagte er. Wenn jemand dagegen sei, solle er dies den Amerikanern sagen.

Mit Blick auf die jüngsten Gespräche der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin äußerte Sikorski vorsichtige Erwartungen. „Ich wünsche diesen Herren natürlich Erfolg“, sagte er. Witkoff und Kushner hätten sich zuvor mit dem Nahost-Konflikt beschäftigt. „Im Nahen Osten haben wir statt Frieden Krieg“, sagte Sikorski. Er hoffe deshalb, dass die Ergebnisse ihrer aktuellen diplomatischen Bemühungen besser ausfallen würden.

Die US-Gesandten hatten am Samstag in Moskau mit Putin über Möglichkeiten zur Beendigung des Ukraine-Krieges gesprochen. Anschließend reisten sie zu Gesprächen mit der ukrainischen Führung nach Kiew.


IAR/PAP/jc


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