Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Zugunglück in Sokolniki Suche: Ermittler sichern Fahrtenschreiber

10.09.2026 06:45
Nach dem schweren Zugunglück im polnischen Sokolniki Suche haben Ermittler den Fahrtenschreiber der Lokomotive sichergestellt. Der Datenträger soll helfen, die letzten Minuten vor dem Zusammenstoß eines Intercity-Zuges mit einem Lastwagen zu rekonstruieren. Die Staatsanwaltschaft in Radom teilte mit, dass die Ermittlungen am Unfallort inzwischen abgeschlossen seien.
Bei dem Unfall wurden acht Menschen ins Krankenhaus gebracht, eine Passagierin starb. Vier Menschen, darunter der Lokfhrer und der Lkw-Fahrer, befinden sich in schwerem Zustand.
Bei dem Unfall wurden acht Menschen ins Krankenhaus gebracht, eine Passagierin starb. Vier Menschen, darunter der Lokführer und der Lkw-Fahrer, befinden sich in schwerem Zustand.PAP/Leszek Szymański

Das Unglück ereignete sich am Mittwoch gegen 11.30 Uhr an einem Bahnübergang in Sokolniki Suche nahe der Nationalstraße 12 in der Woiwodschaft Masowien. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler fuhr der Lastwagen trotz roter Ampel auf die Gleise. Der Zug der Eisenbahngesellschaft PKP Intercity war auf der Strecke von Lublin nach Stettin unterwegs. Bei dem Zusammenstoß entgleisten die Lokomotive und die beiden ersten Waggons. An Bord befanden sich mindestens 114 Menschen, darunter drei Besatzungsmitglieder. 

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Acht Menschen mussten nach dem Unfall in Krankenhäuser in Radom und Kielce gebracht werden. Eine Passagierin erlag dort ihren Verletzungen. Vier weitere Menschen befinden sich nach Angaben der Behörden in schwerem Zustand. Unter ihnen sind der Lokführer und der Fahrer des Lastwagens.

Wegen ihres Gesundheitszustands konnten die beiden Fahrer bislang nicht von den Ermittlern befragt werden. Die Staatsanwaltschaft will unter anderem klären, ob sie zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss standen.


Nach ersten Erkenntnissen soll der Lastwagen trotz roter Ampel auf den Bahnübergang gefahren sein. fot. Leszek szymański (PAP) Nach ersten Erkenntnissen soll der Lastwagen trotz roter Ampel auf den Bahnübergang gefahren sein. fot. Leszek szymański (PAP)

 

Unfallstelle dreidimensional erfasst 

Neben dem Fahrtenschreiber sicherten die Ermittler weitere Beweismittel. Die Unfallstelle wurde mit einem 3D-Verfahren dokumentiert. Dabei kamen ein Spezialgerät und eine Drohne zum Einsatz. Das gesammelte Material soll von Sachverständigen ausgewertet werden, um den genauen Ablauf des Unglücks zu rekonstruieren. 

Ministerpräsident Donald Tusk kündigte strengere Vorschriften für Autofahrer an, die die Signale an Bahnübergängen missachten. Infrastrukturminister Dariusz Klimczak stellte eine Regelung in Aussicht, nach der einem Fahrer, der bei Rot einen Bahnübergang befährt, der Führerschein für drei Monate entzogen werden kann.


IAR/jc

Tragisches Zugunglück jährt sich zum 10. Mal

03.03.2022 07:00
Bei dem Zusammenstoß zweier Züge in dem Ort Szczekociny sind 15 Menschen getötet worden. 

Sabotageverdacht bei der Bahn – abgestellter Waggon hätte Katastrophe auslösen können

03.10.2025 07:30
Bahnangestellte und Sicherheitsexperten schließen Sabotage nicht aus – vor allem vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage und früherer Sabotageakte auf Bahnstrecken in anderen europäischen Ländern.

Zugunglück. Tusk kündigt drastische Änderungen der Vorschriften an

09.09.2026 17:40
Der Ministerpräsident hat sich zu dem Zugunglück in Sokolniki Suche geäußert. „Wir müssen unverzüglich mit der Arbeit an einer drastischen Verschärfung der Vorschriften für diejenigen beginnen, die an Bahnübergängen systematisch gegen die Regeln verstoßen“, sagte Donald Tusk.