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Berlin: Wadephul verteidigt Gespräch mit Lawrow

28.09.2026 11:04
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sein erstes direktes Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verteidigt. Bei dem rund 20-minütigen Treffen am Rande der UN-Generaldebatte in New York seien die „fundamentalen Unterschiede“ zwischen Deutschland und Russland deutlich geworden, sagte Wadephul in der ARD.
Johann Wadephul
Johann Wadephul © pa/dpa

Es sei ein „sehr hartes“ und „sehr deutliches Gespräch“ gewesen. Trotzdem sei es richtig gewesen, miteinander zu sprechen. Es gehöre „zu den Kernaufgaben eines Außenministers“, auch mit Gesprächspartnern zu sprechen, mit denen man fundamentale Unterschiede habe.

„Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln“, sagte Wadephul. Das Gespräch sei deshalb sinnvoll gewesen, auch wenn es „kein positives Ergebnis“ gebracht habe. Russland zeige derzeit keine Bereitschaft zu einer konstruktiven Verhandlungsposition, sagte der Minister.

Wadephul zufolge war das Treffen auf Bitten anderer Staaten zustande gekommen. „Mir ist gesagt worden, Russland wäre bereit zu einem Gespräch“, sagte er. Er sei zudem „von zahlreichen Kollegen aus anderen Ländern angesprochen“ und „gebeten“ worden, sich mit Lawrow zu treffen.

Im Gespräch forderte Wadephul Russland nach Angaben deutscher Delegationskreise auf, „den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen“. Er habe auch den Vorfall am Leipziger Flughafen angesprochen. Dort war Anfang August eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich. Wadephul habe deutlich machen wollen, „dass wir erwarten, dass so etwas nicht noch einmal geschieht“.

Zudem verurteilte der deutsche Außenminister nach Angaben aus Delegationskreisen die „immer zielgerichtetere russische Aggression gegen die ukrainische Zivilbevölkerung“. Deutschland werde die Ukraine weiter unterstützen und halte an der Forderung fest, dass Russland den Krieg beenden müsse.

Auch Lawrow bekräftigte nach dem Treffen die Position Moskaus. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung warf er Europa vor, Friedensgespräche zu behindern, und erklärte, Russland werde seine militärischen Ziele „egal unter welchen Umständen“ weiterverfolgen. Deutschland warf er vor, sich „auf dem Weg des Militarismus“ zu befinden.

Das Treffen stieß unterdessen auch in Wadephuls eigener Partei auf Kritik. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche.“


ARD/jc

Wadephul: Russland hat hybriden Angriff auf Deutschland verübt

02.09.2026 11:15
Russland hat nach Einschätzung des deutschen Außenministers Johann Wadephul einen hybriden Angriff auf Deutschland verübt und muss dafür mit Konsequenzen rechnen. „Russland hat eskaliert und einen hybriden Angriff auf Deutschland durchgeführt“, sagte Wadephul am Mittwoch vor einem informellen Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow. Er kündigte weitere Sanktionen gegen Moskau an.

Sikorski: „Russland führt einen hybriden Krieg gegen uns“

02.09.2026 13:16
Polens Außenminister Radosław Sikorski warnt vor einer zunehmenden russischen Bedrohung. „Wir streben keinen Konflikt mit Russland an, aber es sieht so aus, als würde Russland einen hybriden Krieg gegen uns führen“, sagte er beim Treffen der EU-Außenminister in Irland. Man müsse dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigen, dass man sich nicht einschüchtern lasse.

Russland droht Polen mit Zerstörung im Kriegsfall

16.09.2026 21:36
Russland hat Polen für den Fall einer direkten militärischen Konfrontation mit drastischen Konsequenzen gedroht. Sollte Polen in einen Krieg gegen Russland eintreten, werde Moskau „das gesamte Arsenal der verfügbaren Kräfte und Mittel“ einsetzen, sagte der frühere russische Sicherheitsratssekretär und Putin-Berater Nikolai Patruschew dem russischen Blatt „Argumenty i Fakty“. Die polnische Staatlichkeit werde dann innerhalb von „zwei bis drei Tagen“ nicht mehr existieren, erklärte Patruschew.