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US-Botschafter Rose kritisiert Tucker Carlson wegen Polen-Aussagen

06.10.2026 10:55
Der US-Botschafter in Polen, Tom Rose, hat die Äußerungen des US-Publizisten Tucker Carlson zum deutschen Überfall auf Polen 1939 scharf kritisiert. Carlson betreibe eine Umschreibung der Geschichte, bei der Nazi-Deutschland als Opfer und Polen als Täter dargestellt werde, schrieb Rose auf der Plattform X.
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Bild:Narodowe Archiwum Cyfrowe

Carlson hatte in einem Gespräch mit dem früheren britischen Politiker Jacob Rees-Mogg den deutschen Angriff auf Polen unter anderem mit territorialen Konflikten nach dem Ersten Weltkrieg begründet. Dabei verwies er auf deutsche Gebietsverluste und sagte, die Vorstellung, Hitler sei „ohne jeden Grund“ in Polen einmarschiert, sei falsch.

Rose warf Carlson vor, historische Tatsachen zu verdrehen und damit moralische Unterschiede zwischen Aggressor und Opfer zu verwischen. Die Darstellung Nazi-Deutschlands als Opfer und Polens als Täter sei eine „gezielte Zerstörung der Wahrheit“ und eine Beleidigung des polnischen Volkes, schrieb der Botschafter.

Carlson hatte in dem Gespräch auch die britische Entscheidung infrage gestellt, nach dem deutschen Angriff auf Polen in den Krieg einzutreten. Rees-Mogg widersprach ihm mehrfach und warf Carlson vor, an die Verteidigung Hitlers heranzureichen. Carlson wies den Vorwurf zurück und sagte, er sei „kein verkappter Nazi“.

Auch der Sprecher der polnischen Regierung, Adam Szłapka, bezeichnete Carlsons Äußerungen zuvor als skandalös. Außenminister Radosław Sikorski dankte Rose anschließend öffentlich für seine Stellungnahme.

Bereits am Montag hatte der Geschäftsträger der polnischen Botschaft in Washington, Bogdan Klich, Carlson in einem Brief aufgefordert, seine Aussagen öffentlich zurückzunehmen und sich dafür zu entschuldigen. Die Äußerungen zur deutschen Invasion Polens seien eine schwere Beleidigung für die Millionen Opfer des Nationalsozialismus, schrieb Klich.

Carlson hatte bereits in der Vergangenheit die Beteiligung der Alliierten am Zweiten Weltkrieg kritisiert. 2024 interviewte er den Historiker und Podcaster Darryl Cooper, dessen Darstellung Winston Churchills und des Zweiten Weltkriegs ebenfalls für Kontroversen gesorgt hatte.

 

PAP/IAR/jc

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