Landesweit blieben zehn Schulen einen Tag lang geschlossen. Die Maßnahmen wurden nach drei Gewalttaten an Schulen in der Woiwodschaft Masowien in der vergangenen Woche eingeführt. Seit Freitag stehen Schulen und Kindergärten unter verstärkter Polizeiaufsicht. Kommunale Ordnungsdienste unterstützen den Einsatz. „Solange wir weiterhin besorgniserregende Vorfälle beobachten, bleiben die Schulen unter dieser besonderen Aufsicht. Sie sollen uneingeschränkt sichere Orte sein“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk am Montag nach einer Sitzung der Regierung zur Sicherheitslage.
Innenminister Marcin Kierwiński sagte, die verstärkten Streifen würden mindestens noch einige Tage fortgesetzt. Bei Bedarf könnten die Maßnahmen verlängert oder verschärft werden.
„Allmähliche Stabilisierung der Lage“
Nach Angaben der Polizei wurden seit Beginn des Einsatzes bis Montag 311 Vorfälle registriert, 135 Personen festgenommen und knapp 80.000 Bildungseinrichtungen überprüft. Allein am Montag wurden weitere 18 Personen überprüft. Die Behörden überwachen zudem rund um die Uhr das Internet. Kierwiński zufolge melde das Zentrale Amt zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (CBZC) eine allmähliche Stabilisierung der Lage. Der Montag sei „deutlich ruhiger“ verlaufen als der Freitag, so der Minister.
Bildungsministerin Barbara Nowacka sagte, die Schulen hätten Anweisungen erhalten, wie Lehrkräfte auf Bedrohungen mit gefährlichen Waffen oder anderen Gegenständen reagieren sollten. Die Gesundheits- und Bildungsministerien bereiten Webinare für Lehrkräfte mit psychiatrischen Fachleuten vor. Dabei soll es darum gehen, wie sie in gefährlichen Situationen reagieren und angemessene Unterstützung leisten können.
Am vergangenen Donnerstag hat ein 15-jähriger ehemaliger Schüler an einer Grundschule nahe der Stadt Wyszków, rund 50 Kilometer nordöstlich von Warschau, drei Menschen mit einem Messer angegriffen. Eine 37-jährige Schulmitarbeiterin starb, zwei weitere Menschen wurden verletzt.
Einen Tag zuvor hatte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostrołęka, 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt, Mitschüler und Lehrkräfte angegriffen. Fünf Schüler, zwei Lehrer und zwei weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft versuchte der Tatverdächtige zudem, einen selbstgebauten Sprengsatz in der Schule zu detonieren.
Ebenfalls am Mittwoch vereitelte die Polizei in der Stadt Sierpc, 125 Kilometer nordwestlich von Warschau, einen geplanten Angriff auf eine Schule. Die Beamten haben einen 17-Jährigen festgenommen, der seinen Mitschülern zufolge angekündigt hatte, „etwas Schlimmes in der Schule“ zu machen.
IAR/TVN24/PR/ps