Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Regierung: 76 Prozent der Desinformationsmeldungen bleiben unbearbeitet

22.10.2026 11:07
Polens Regierung verschärft den Druck auf große Online-Plattformen im Kampf gegen Desinformation. Im ersten Halbjahr 2026 meldete das Forschungsinstitut NASK mehr als 65.000 Fälle schädlicher oder falscher Inhalte an soziale Netzwerke. Rund 76 Prozent der Meldungen seien abgelehnt oder innerhalb von zwei Wochen nicht beantwortet worden, teilte NASK mit.
Betrug, Fake News und knstliche Intelligenz: Kriminelle nutzen geflschte Werbeanzeigen, prominente Gesichter und KI-generierte Bilder, um Menschen um ihr Geld zu bringen oder gesellschaftliche Spannungen zu schren.
Betrug, Fake News und künstliche Intelligenz: Kriminelle nutzen gefälschte Werbeanzeigen, prominente Gesichter und KI-generierte Bilder, um Menschen um ihr Geld zu bringen oder gesellschaftliche Spannungen zu schüren.Shutterstock/pruslee

Von den insgesamt 65.220 Meldungen hätten die Plattformen lediglich 4.380 Inhalte entfernt. Weitere 11.270 Fälle seien sichtbar moderiert worden, etwa durch entsprechende Kennzeichnungen. Die Zahlen gehen aus einem am Mittwoch vorgestellten Bericht hervor.

Vizepremier und Digitalminister Krzysztof Gawkowski warf den Plattformen vor, die Sicherheit der Nutzer zu vernachlässigen und mit Desinformation Geld zu verdienen. Er kündigte an, von den Unternehmen wirksamere Moderationsteams mit polnischsprachigen Mitarbeitern in Polen zu verlangen. Diese sollten direkt mit NASK und den polnischen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten. Zudem müssten Reaktionszeiten verkürzt und automatisierte Netzwerke gefälschter Konten schneller entfernt werden.

Bei Nichterfüllung der Forderungen drohte Gawkowski mit möglichen Geldstrafen in Millionenhöhe. Als Grundlage nannte er den europäischen Digital Services Act (DSA). Die Nichtbefolgung seiner Forderungen führe allerdings nicht automatisch zu Sanktionen, sondern könne Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen geltendes Recht nach sich ziehen.

Gefälschte Werbung und KI-generierte Inhalte

Nach Angaben von NASK nutzen Täter unter anderem Bilder prominenter Persönlichkeiten, gefälschte Nachrichtenartikel und künstliche Intelligenz, um Nutzer zu täuschen. Über fingierte Werbeanzeigen würden beispielsweise angeblich lukrative Geldanlagen oder vermeintliche Förderprogramme beworben. Ziel sei es, persönliche Daten abzugreifen und Geld zu stehlen.

Auch gefälschte Profile öffentlicher Einrichtungen und erfundene Darstellungen angeblicher Soldaten würden eingesetzt, um gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen. Im Zusammenhang mit einem Waldbrand in Polen im Mai seien etwa unbelegte Behauptungen verbreitet worden, ukrainische Staatsbürger seien für das Feuer verantwortlich. Andere Beiträge hätten suggeriert, die Nato nutze den Brand, um Gelände für militärische Infrastruktur vorzubereiten.


IAR/jc

Russische Desinformation will Polen und Tschechen entzweien

26.08.2026 06:00
Ein fingierter Protest zum Schutz der Grenzen in der Region Teschener Schlesien, ein gefälschtes diplomatisches Schreiben und Hackerangriffe sollen antipolnische Stimmungen in Tschechien schüren. Hinter der Provokation stehen wahrscheinlich russische Geheimdienste, berichtetedas tschechische Nachrichtenportal „Seznam Zprávy“. 

Ukraine: Neue Welle russischer Desinformation über angebliche Mobilisierung von Frauen

01.10.2026 12:34
Hinter Falschmeldungen, wonach die Europäische Union die Ukraine zur Einberufung von Frauen dränge, steckt nach Einschätzung ukrainischer Behörden wahrscheinlich der russische Auslandsgeheimdienst. Das teilte das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (CPD) der Nachrichtenagentur PAP mit. Entsprechende Behauptungen verbreiteten sich im ukrainischen Informationsraum nahezu wöchentlich.

Russland investiert Milliarden in Medienpropaganda

06.10.2026 10:00
Das Polnische Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM) hat einen Bericht über russische Desinformationsaktivitäten veröffentlicht. Die zentrale Erkenntnis ist nicht überraschend, aber beunruhigend. Die Mitautorin der Studie, Aleksandra Wójtowicz, erinnert im Gespräch mit der Monatszeitschrift Więź daran, dass Russland derzeit rund 106 Milliarden Rubel – knapp 1,5 Milliarden US-Dollar – für Informationsaktivitäten ausgibt.