Cezary Błaszczyk, Geschäftsführer von HB Reavis in Polen, schreibt in „The Guardian“, das Land habe den Weg von der Überwindung des Kommunismus zum Aufbau einer starken Wirtschaft zurückgelegt. Wie groß dieser Wandel ist, zeigen die Wirtschaftsdaten: Mitte der 1990er-Jahre lag das polnische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei rund 40 Prozent des EU-Durchschnitts. 2025 erreichte es bereits 81 Prozent des EU-Mittelwerts. Das Gesamtvolumen der polnischen Wirtschaft überschritt im vergangenen Jahr die Marke von einer Billion US-Dollar. Damit schaffte Polen den Sprung unter die 20 größten Volkswirtschaften der Welt.
Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge könnte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Polen schon bald höher ausfallen als in Japan und Spanien.
Umkehr des Migrationstrends nach dem Brexit
Die Zeitung hebt auch die Trendwende bei der seit Jahrzehnten anhaltenden Auswanderung. Nach dem EU-Beitritt Polens im Jahr 2004 waren Hunderttausende gut ausgebildete Polen auf der Suche nach höheren Löhnen nach Großbritannien oder Deutschland gezogen. Heute hat sich die Situation grundlegend verändert. Ein entscheidender Anreiz für die Rückkehr nach Polen seien die stark gestiegenen Gehälter.
Von der britischen Tageszeitung zitierte Daten der Deutschen Bank zeigen die dynamische Entwicklung zwischen 2016 und 2026. Das durchschnittliche monatliche Nettogehalt in Warschau sei in diesem Zeitraum um 120 Prozent gestiegen und liege derzeit bei 2221 Dollar.
dzienni/guardian/ps