Deutsche Redaktion

„Trump ist kein Zufallsprodukt“

03.04.2026 12:51
Wie konnte eine solche Persönlichkeit wie Trump in der internationalen Politik die Karten verteilen? Wie konnte es dazu kommen, dass eine einzelne Person in so großem Maße über die internationale Ordnung entscheidet, fragt der Philosph Tomasz Stawiszyński. Außerdem: Ukrainische Ärzte kämpfen um ihre Rechte. Und gewinnen. Und: Wie geht's weiter für Robert Lewandowski in der Nationalelf? Mehr dazu in der Presseschau.
US-Prsident Donald J. Trump hlt inne, nachdem er am 1. April 2026 im Cross Hall des Weien Hauses in Washington, D.C., USA, ber den Krieg gegen den Iran gesprochen hat. EPAALEX BRANDON  POOL Quelle: PAPEPA.
US-Präsident Donald J. Trump hält inne, nachdem er am 1. April 2026 im Cross Hall des Weißen Hauses in Washington, D.C., USA, über den Krieg gegen den Iran gesprochen hat. EPA/ALEX BRANDON / POOL Quelle: PAP/EPA.EPA/ALEX BRANDON / POOL

Möglicherweise waren selbst seine Anhänger zunächst überrascht von dem, was sie lasen. „Gut, ich freue mich, dass er tot ist“ – mit diesen Worten kommentierte Donald Trump den Tod des ehemaligen FBI-Direktors Robert Mueller, der im Auftrag des Justizministeriums die Ermittlungen zu russischen Eingriffen in die US-Wahlen 2016 leitete. „Ich hasse meine Gegner und wünsche ihnen nichts Gutes“ – so formulierte Trump im September des vergangenen Jahres während der Beerdigung von Charlie Kirk sein politisches Credo, erinnert der Philosoph und Publizist Tomasz Stawiszyński in seinem Feuilleton in der Wochenzeitschrift Tygodnik Powszechny.

Diese und zahlreiche weitere Aussagen sowie Verhaltensweisen des US-Präsidenten werfen grundlegende Fragen auf: Wie konnte eine solche Persönlichkeit – um ein bekanntes Zitat Trumps aus einem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj aufzugreifen – in der internationalen Politik die Karten verteilen? Wie konnte es dazu kommen, dass eine einzelne Person in so großem Maße über die internationale Ordnung entscheidet? Dass sie – zumindest dem Anschein nach – über den Sturz ausländischer Staatschefs, über Kriege und potenziell sogar über Annexionen bestimmen kann? – fragt Stawiszyński weiter.

Trump, so der Publizist, sei kein Zufallsprodukt, sondern ein Ergebnis der Welt, die ihn hervorgebracht und gewählt hat. Dabei gehe es möglicherweise nicht nur um Narzissmus, sondern um ein tiefer liegendes Problem: eine Kultur, die grenzenloses Selbstvertrauen belohnt, Eliten, die den Kontakt zur Realität verloren haben, und ein egoistisches Denken, das zur politischen Waffe geworden ist, fasst der Philosoph in seinem Text im Tygodnik Powszechny zusammen.

RZECZPOSPOLITA: Ukrainische Ärzte setzen sich vor Gericht durch

Ukrainische Ärzte gewinnen zunehmend Verfahren vor Arbeitsgerichten, schreibt die Tageszeitung Rzeczpospolita. Ärztekammern hatten ihnen zuvor unter anderem wegen angeblich unzureichender Sprachkenntnisse die Berufsausübung verweigert. Die Zuwanderung von Geflüchteten und zuvor von Arbeitsmigranten aus der Ukraine macht sich auch im Gesundheitssystem bemerkbar. Dabei geht es nicht nur um eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems durch den Zugang ukrainischer Staatsbürger zu kostenlosen Leistungen, sondern auch um deren Integration in den Arbeitsmarkt. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie wurden ukrainische Ärzte verstärkt eingestellt.

Die Beschäftigung dieser Mediziner führte jedoch zu Konflikten. Im Kern ging es um die Auslegung von Vorschriften, die eine vereinfachte Zulassung von Ärzten aus Nicht-EU-Staaten ermöglichen. Diese Regelungen wurden zunächst während der Pandemie eingeführt und später im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beibehalten.

Das Verfahren erlaubte es, eine befristete Berufszulassung ohne Anerkennung des Diploms, ohne Staatsexamen und ohne verpflichtendes Praktikum zu erhalten. Grundlage war eine Entscheidung des Gesundheitsministers, auf deren Basis die regionalen Ärztekammern entsprechende Genehmigungen erteilen sollten. Die ärztliche Selbstverwaltung vertrat jedoch die Auffassung, dass ohne Überprüfung der polnischen Sprachkenntnisse keine sichere Patientenversorgung gewährleistet sei – ein Argument, das häufig zu Ablehnungen führte.

Viele Fälle landeten daraufhin vor Gericht. Eine Analyse von 24 Urteilen des Woiwodschaftsverwaltungsgerichts in Warschau zeigte, dass in allen Fällen zugunsten der klagenden Mediziner entschieden wurde. Die Gerichte hoben Beschlüsse der Standesvertretung auf oder verpflichteten sie, die Anträge erneut zu prüfen. Teilweise ging es auch um unbearbeitete Anträge. Nach Angaben von Jakub Kosikowski wurden bereits über 300 Beschlüsse der Obersten Ärztekammer gerichtlich angefochten, informiert Rzeczpospolita.

EMBED E3 (Facebook): https://www.facebook.com/rynekzdrowia/posts/ukrai%C5%84scy-lekarze-masowo-wygrywaj%C4%85-w-s%C4%85dach-sprawy-o-dopuszczenie-do-zawodu-w-tr/1369050161928346/

SUPER EXPRESS: Lewandowskis Zukunft im Nationalteam

Die Niederlage der polnischen Nationalmannschaft gegen Schweden und das Verpassen der Weltmeisterschaft haben unter Fans für große Enttäuschung gesorgt, stellt die Tageszeitung Super Express in ihrem Sportteil fest. Für zusätzliche Unruhe sorgte Kapitän Robert Lewandowski mit einem vieldeutigen Social-Media-Beitrag, unterlegt mit dem Song „Time to Say Goodbye“. Dies löste Spekulationen über ein mögliches Karriereende im Kader aus. Der frühere Nationaltorhüter Jan Tomaszewski hat sich nun klar positioniert und fordert den Stürmer öffentlich auf, der Mannschaft erhalten zu bleiben.

Die Niederlage im Playoff-Finale sei besonders schmerzhaft, da sie nach Ansicht Tomaszewskis vor allem auf Fehler der polnischen Mannschaft zurückzuführen sei. Vor allem die gewählte Taktik kritisierte er scharf. Seiner Einschätzung nach fehlte ein defensiver Mittelfeldspieler – eine zentrale Position, die für die Stabilität jeder Mannschaft entscheidend sei. Stattdessen habe man zu offensiv agiert.

Angesichts der aktuellen Krise und des bevorstehenden Neuaufbaus der Mannschaft sei Lewandowskis Präsenz unverzichtbar. Trotz seines Alters bleibe er eine Schlüsselfigur und wichtige Autorität innerhalb des Teams, lesen wir. Tomaszewski verweist dabei auf internationale Beispiele erfahrener Spieler wie Luka Modrić, Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimović, die ihre Karrieren auf hohem Niveau fortgesetzt haben.

Ein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt wäre seiner Ansicht nach das schlechteste Szenario – sowohl für die Mannschaft als auch für die Fans. Gerade in einer Phase der Unsicherheit sei die Erfahrung eines Spielers wie Lewandowski von besonderem Wert, urteilt Jan Tomaszewski in Super Express.

Autor: Jakub Kukla


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