Wirtualna Polska: Amerika zieht sich zurück – politisch wie militärisch
Trump, Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth wiederholen immer wieder, dass die USA heute nach dem Grundsatz „Frieden durch Stärke“ handeln. Einst, während des Kalten Krieges, hatte auch Ronald Reagan dieses Prinzip verfolgt. Heute sei jedoch weder Frieden noch Stärke zu erkennen, schreibt der ehemalige polnische Botschafter in den USA, Marek Magierowski, für WP. Im Gegenteil: Wohl noch nie in der Geschichte der Vereinigten Staaten sei die Kluft zwischen großmachtpolitischer Rhetorik, vollmundigen Drohungen und pathetischen Parolen auf der einen Seite und der Inkompetenz, Unkenntnis und kindischen Verhaltensweise der derzeitigen US-Regierung auf der anderen Seite so offensichtlich.
Jedes Mal, wenn Trump ankündige, den Iran „dem Erdboden gleichzumachen“, sei klar, dass nichts passieren werde, lesen wir. Wenn er erkläre, die Straße von Hormus stehe „vollständig unter US-Kontrolle“, so würden noch am selben Tag mehrere iranische Raketen weitere Tanker treffen. Jedes Mal, wenn der Pentagon-Chef versichere, die USA hätten keinerlei Probleme mit der Munitionsproduktion, so könne man getrost darauf wetten, dass die Lager leer stünden.
Genauso kurios sei das Verhältnis der USA zu Nordkorea, heißt es weiter. Trump hat die gemeinsamen Manöver mit dem südkoreanischen Verbündeten zwei Tage nach einem scharfen Protest des Regimes in Pjöngjang abgesagt. Nordkorea hatte die Übungen wie jedes Jahr als „Provokation“ bezeichnet. Wenn die größte Weltmacht nach einem Fußstampfen Kim Jong-uns den Schwanz einziehe, bleibe uns nichts anderes, als laut zu rufen: „Rette sich, wer kann!“, schreibt Magierowski.
Er ist sich sicher: Amerika zieht sich zurück – politisch wie militärisch. Der „Frieden durch Stärke“ sei ihm nach nur Fassade. Tatsächlich hätten wir es mit einer gefährlichen Mischung aus Chaos, Unwissenheit und Feigheit zu tun. Vor Kurzem habe die rechte Hand von Pete Hegseth, Elbridge Colby, bei einem rund 15-minütigen Auftritt in der philippinischen Hauptstadt Manila auch mit keinem Wort China erwähnt. Wahrscheinlich wollte er den Drachen nicht reizen, lesen wir im Online-Blatt.
Vor wenigen Tagen wurde auch der letzte US-Flugzeugträger aus Ostasien in Richtung Persischer Golf verlegt. Ein weiteres freundliches Signal an Peking. Hinzu komme die inzwischen eingeleitete Überprüfung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa, fährt der Autor fort. Sie soll nach den bisherigen Plänen zu einer Verringerung der US-Truppen führen. Trump könne bei den Manövern in Südkorea und beim Abzug amerikanischer Truppen aus Europa sparen. Vielleicht könne er noch einen weiteren Gipfel mit Kim Jong-un und Wladimir Putin erreichen. Vielleicht bekomme er sogar ein Kompliment von Xi Jinping. Eines werde er jedoch nicht zurückgewinnen: die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten als ernstzunehmender und verlässlicher Verbündeter. Diese liege bereits in Trümmern, lautet Marek Magierowskis Fazit auf WP.
Moscow Times: Zehntausende Russen fliehen vor möglicher Mobilisierung
Zehntausende Russen reisen derzeit nach Georgien. Grund seien Gerüchte über eine mögliche neue Mobilisierungswelle nach den Parlamentswahlen im September. Das berichtet das russischsprachige Portal „The Moscow Times“. Nach Angaben des russischen Zolldienstes herrsche am Grenzübergang Werchni Lars Rekordverkehr. In den vergangenen drei Tagen sollen dort fast 20.000 Reisende die Grenze überquert haben.
Dem Zolldienst nach würden die aktuellen Zahlen deutlich über denen vergleichbarer Zeiträume der vergangenen Jahre liegen. Augenzeugen soll zudem dem Kanal „Ostoroschno, nowosti“ von einem langen Stau auf der russischen Seite berichten. Die Autos sollen mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Metern pro Stunde wegen des Staus fahren können.
Werchni Lars ist der einzige Landgrenzübergang zwischen Russland und Georgien. Im September 2022 wurde er nach Wladimir Putins Ankündigung einer Teilmobilmachung zu einem der meistgenutzten Grenzübergänge Russlands, schreibt Moscow Times. Zehntausende Menschen verließen damals das Land. Die Autoschlangen zogen sich damals über mehrere Kilometer.
Das Online-Blatt weist zudem auf die gestiegene Nachfrage nach Mietwohnungen in der Hauptstadt Armeniens, Eriwan, hin. Nach Angaben des Portals „Werstka“ seien die Mieten dort um rund 30 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei das Angebot an Wohnungen wegen der großen Nachfrage derzeit stark begrenzt.
Über die Möglichkeit einer erneuten Mobilisierung hatten zuvor bereits Analysten des US-amerikanischen Institute for the Study of War berichtet. Auch europäische Beamte, mit denen die „Washington Post“ gesprochen hatte, würden ein solches Szenario nicht ausschließen. Ihrer Einschätzung nach könnte sich der Kreml dazu entschließen, sollten die russischen Verluste an der Front weiterhin hoch bleiben. Wie das Portal abschließend schreibt, schätze der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Russland zwischen 300.000 und 500.000 seiner Bürger mobilisieren könnte.
Wprost: Wie China Polen infiltriert
Vor Kurzem haben polnische Medien über einen humanoiden Roboter aus China berichtet, der im Marinehafen in Świnoujście eingesetzt werde. Der mit Sensoren und Aufzeichnungsgeräten ausgestattete Roboter Unitree G1 trug eine Weste mit dem Namen Edward Warchocki. Das habe dem polnischen Verteidigungsministerium offenbar ausgereicht, um zu erklären, dass die Chinesen im Marinehafen von Świnoujście nichts Wichtiges hätten sehen können. Vielleicht mussten sie das auch gar nicht, schreibt Jakub Mielnik für das Wochenblatt Wprost. Ihm nach könnten sie Polen ohnehin schon seit Langem wie auf dem Präsentierteller beobachten.
In strategisch wichtigen Gebieten für die polnische Sicherheit, etwa am Suwałki-Korridor oder an der Grenze zum Königsberger Gebiet, entstehen derzeit wie Pilze aus dem Boden Wind- und Solaranlagen sowie Energiespeicher. Sie seien buchstäblich mit chinesischer Elektronik vollgestopft. Errichtet würden sie von Unternehmen, die unter anderem mit Geldern aus dem portugiesischen Programm für sogenannte goldene Visa arbeiten. Dieses ermögliche wohlhabenden Investoren aus Nicht-EU-Staaten – vor allem aus Russland – einen Aufenthalt in Europa, lesen wir.
Im Jahr 2025 habe Portugal demnach mit diesem Programm 400 Millionen Euro eingenommen. Ein erheblicher Teil der Investitionen sei in den Ausbau erneuerbarer Energien geflossen, auch im Nordosten Polens. In diesem Fall lasse sich das Problem durch polnische Behörden ebenso leicht herunterspielen wie beim Besuch des chinesischen Roboters in einem strategischen Marinestützpunkt. Man könne sich auf den technologischen Fortschritt und auf chinesische Technologien berufen, die schließlich als sicher und akzeptiert gelten. China nutze diese Technologien jedoch auf seine eigene Weise, heißt es – und das könne durchaus gefährlich werden.
Beispiele dafür gebe es genug, schreibt Jakub Mielnik am Schluss. Die britische Royal Navy habe gerade festgestellt, dass ihre für zwölf Millionen Pfund gebauten unbemannten K3-Scout-Boote mit chinesischen Kameras ausgestattet seien. Diese hätten Signale an Computer mit chinesischen IP-Adressen automatisch übermittelt, lesen wir in Wprost.
Autor: Piotr Siemiński