WPROST: Ölbohrungen vor Usedom sorgen für Unruhe in Deutschland
Die von Polen geplante Ölförderung aus dem Vorkommen „Wolin East“ sorgt auf der deutschen Seite der Insel Usedom für wachsende Besorgnis, berichtet das Wochenmagazin Wprost. Im Mittelpunkt stehen mögliche Folgen für Umwelt und Tourismus. Das Vorkommen liegt rund sechs Kilometer vor der Küste, nahe Wolin und Świnoujście. Die Auswirkungen könnten daher auch im deutschen Teil der Insel spürbar werden.
Die größten Bedenken betreffen das Ausmaß des Projekts. Nach dem Magazin könnte das Vorkommen rund 22 Millionen Tonnen Erdöl enthalten. In der Ostsee soll eine künstliche Insel von etwa zehn Hektar entstehen – mit Bohrplattform, Hafen und Wellenbrecher. Geplant ist außerdem eine 200 Meter breite und zwölf Meter tiefe Zufahrt. Die maximale Fördermenge soll rund 8100 Tonnen Öl pro Tag betragen. Gerade die Dimensionen und die Lage des Projekts werfen Fragen nach den möglichen Auswirkungen auf das gemeinsame Ökosystem der Ostsee auf.
Die Umweltorganisation BUND Mecklenburg-Vorpommern fordert eine detaillierte Untersuchung der Folgen. Die Initiative Lebensraum Vorpommern argumentiert zudem, das Projekt reiche in ein Natura-2000-Gebiet hinein, das unter anderem für Zugvögel, Kegelrobben und Schweinswale von Bedeutung sei.
Die deutschen Kommunen sorgen sich auch um den Tourismus, der auf Usedom eine wichtige Rolle spielt. Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf befürchtet, dass ein möglicher Unfall an der Anlage sowohl der Umwelt als auch dem Image der Region als Ostseebad schaden könnte. Auf polnischer Seite findet das Projekt dagegen zahlreiche Befürworter. Der polnische Chefgeologe Krzysztof Galos schätzt, dass das Vorkommen den jährlichen Ölbedarf Polens für einige Jahre zu vier bis fünf Prozent decken könnte. Sollte das Projekt genehmigt werden, könnte der Bau frühestens 2028 beginnen. Außerdem stellt sich zugleich eine weitere Frage: würden dieselben Bedenken geäußert, wenn das Erdölvorkommen auf deutscher Seite der Ostsee läge? – so Wprost.
FAKT: Moskau droht der NATO erneut mit Atomwaffen
Russland droht der NATO erneut mit Atomwaffen, schreibt die Tageszeitung Fakt. Diesmal geht es um das Gebiet Kaliningrad. General Roman Polko, ehemaliger Kommandeur der polnischen Spezialeinheit GROM, äußert sich gegenüber der Zeitung zu den russischen Drohungen.
Den entsprechenden Text veröffentlichte die russische Botschaft in Brüssel. Darin wirft Moskau der NATO vor, „konkrete Szenarien zur Abtrennung des Kaliningrader Gebiets“ zu entwickeln. Sollte Russland eine Situation herbeiführen, in der Atomwaffen eingesetzt würden, würde Moskau international sehr viel verlieren – auch bei den Staaten und Akteuren, die Russland heute unterstützen. „Und zweitens hat die NATO Mittel, um darauf zu antworten“, sagt Polko.
Das russische Vorgehen sei Teil eines dauerhaften kognitiven Krieges. Moskau versuche, „auf verschiedene Weise einzuschüchtern“. „Diese Drohungen gibt es ständig. Eine Zeit lang waren es weniger, aber angesichts der zunehmenden hybriden und Sabotageaktionen werden auch die Aktivitäten auf der Informations- und psychologischen Ebene verstärkt“, erklärt der General.
„Terrorismus ist die Waffe der Schwachen. Russland ist nicht in der Lage, in einer offenen Konfrontation etwas zu erreichen. Sergej Lawrow hat 2022 schließlich gesagt, dass es gar nicht um die Ukraine gehe, sondern um eine neue europäische Ordnung. Moskau setzt also auf kriminelle Methoden. Auch an der ukrainischen Front kämpft Russland nicht nur im Donbass, um die Gebiete einzunehmen, die es für sein eigenes Territorium erklärt hat. Es tötet auch an anderen Orten Zivilisten und verletzt sämtliche internationalen Verträge und Vereinbarungen. Die Russen begehen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und wollen in diesem Winter eine humanitäre Katastrophe herbeiführen. Auch das sind kriminelle Handlungen“, sagt Polko im Gespräch mit Fakt.
DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Verliert der Fußball-Nationaltrainer seinen Posten?
Die polnische Nationalmannschaft hat ihr fünftes Spiel in Folge nicht gewonnen, schreibt die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna in ihrem Sportteil. Damit wird zunehmend spekuliert, dass die Tage von Jan Urban als Nationaltrainer gezählt sein könnten. Als möglicher Nachfolger wird Jerzy Brzęczek gehandelt.
Die Kritik an Urban kommt inzwischen von nahezu allen Seiten. Die nächsten beiden Spiele in der Nations League gegen Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina könnten über seine Zukunft entscheiden.
Brzęczek kann auf hervorragende Ergebnisse mit der U21 verweisen. Der frühere Trainer von Wisła Krakau war bereits Nationaltrainer der polnischen A-Nationalmannschaft. Von Juli 2018 bis Januar 2021 führte er das Team und qualifizierte sich mit ihm für die Europameisterschaft 2020.
Das reichte jedoch nicht für den Verbleib im Amt. Der damalige Präsident des polnischen Fußballverbands, Zbigniew Boniek, entließ Brzęczek und ersetzte ihn durch den Portugiesen Paulo Sousa. Angeblich hatte Robert Lewandowski maßgeblichen Einfluss auf diese Entscheidung. Der Kapitän der Nationalmannschaft soll – vorsichtig formuliert – kein großer Anhänger Brzęczeks gewesen sein.
Heute ist die Situation eine andere. Lewandowski dürfte seine Karriere in der polnischen Nationalmannschaft möglicherweise schon bald beenden. Brzęczek müsste damit nicht mehr mit jenem Spieler zusammenarbeiten, der zu seiner Entlassung beigetragen haben soll. Der derzeitige U21-Nationaltrainer soll jedenfalls nur auf ein Angebot des polnischen Fußballverbands warten. Offenbar ist er überzeugt, dass es bald kommen wird. Medienberichten zufolge hat Brzęczek ein lukratives Angebot von Widzew Łódź abgelehnt, stellt Dziennik/Gazeta Prawna fest.
Autor: Jakub Kukla