Am 2. April 2005 verstarb Johannes Paul II., der 264. Papst der katholischen Kirche, der seit 1978 die Kirche leitete und später heiliggesprochen wurde. Die Nachricht von seinem Tod wurde den Gläubigen, die auf dem Petersplatz in Rom in stiller Anteilnahme versammelt waren, von Erzbischof Leonardo Sandri mitgeteilt: "Um 21.37 Uhr ist unser Heiliger Vater zum Haus des Vaters zurückgekehrt." Diese Worte lösten eine tiefe Stille aus, die bald von andauerndem Applaus abgelöst wurde.
Johannes Paul II. war der erste nicht-italienische Papst seit 455 Jahren. Sein Pontifikat war unter anderem gekennzeichnet durch eine beispiellose Anzahl an Pilgerfahrten und Heiligsprechungen. Als "Pilgerpapst" bereiste er 104 Länder auf allen bewohnten Kontinenten.
Seine Erfahrungen mit den Schrecken des Nationalsozialismus und des Kommunismus prägten ihn und machten ihn zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Einsatz für Freiheit und Menschenwürde trug wesentlich zum Fall des Kommunismus bei.
Nach seinem Tod erwiesen ihm mehr als drei Millionen Menschen in der Petersbasilika die letzte Ehre. Die Beisetzung am 8. April zog Führungspersönlichkeiten und religiöse Würdenträger aus aller Welt an. Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., leitete die Messe, die von hunderttausenden Gläubigen vor Ort und Millionen an Bildschirmen in ganz Rom verfolgt wurde. Unter den Rufen von "Santo subito" - "Sofort heilig" - wurde der Wunsch nach einer raschen Heiligsprechung laut.
Der Seligsprechungsprozess begann im Mai 2005, eingeleitet von Benedikt XVI., der Johannes Paul II. auch seligsprach. Die Heiligsprechung erfolgte durch Papst Franziskus am 27. April 2014. Seine letzte Ruhestätte fand Johannes Paul II. in der Kapelle des Heiligen Sebastian in der Petersbasilika, in unmittelbarer Nähe zur Pietà von Michelangelo.
Seine Amtszeit von fast 27 Jahren war die drittlängste in der Geschichte der Kirche.
Johannes Paul II. bleibt für viele Polen eine Autorität
Auch 20 Jahre nach seinem Tod bleibt Papst Johannes Paul II. für viele Polen eine wichtige Persönlichkeit und ein Orientierungspunkt – auch für junge Menschen. Laut einer Umfrage des Instituts IBRiS für die Zeitung „Rzeczpospolita“ betrachten ihn 72,3 Prozent der Befragten als Autorität. Bemerkenswert ist, dass darunter auch viele Nichtgläubige und Personen sind, die sich als linksgerichtet bezeichnen.
In der Altersgruppe ab 60 Jahren bezeichnen mehr als 80 Prozent ihn als wichtige Referenzfigur. Doch auch in der jüngeren Generation bleibt sein Einfluss spürbar. Zwei Drittel (66 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen und etwa 65 bis 67 Prozent der 30- bis 59-Jährigen gaben an, dass Johannes Paul II. für sie eine bedeutende Persönlichkeit sei.
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