Deutsche Redaktion

Finanzminister Domański zu US-Zöllen: „Von einem Handelskrieg profitiert niemand“

04.04.2025 11:03
Für die polnische Wirtschaft sei ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent nicht auszuschließen, so erste Einschätzungen.
Andrzej Domański
Andrzej DomańskiCezary Piwowarski/Polskie Radio

Finanzminister Andrzej Domański warnte im Interview mit TVN24 vor den negativen Folgen der von den USA verhängten neuen Zölle. „Von einem Handelskrieg profitiert potenziell niemand“, betonte er und verwies auf erste Berechnungen, die für Polen einen möglichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent prognostizieren.

Hintergrund ist die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, eine Mindestzollrate von zehn Prozent auf Waren aus aller Welt einzuführen. Für Produkte aus der Europäischen Union gilt sogar ein erhöhter Satz von 20 Prozent.

Domański erklärte, dass diese Maßnahmen spürbare Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hätten – insbesondere jedoch auf die Vereinigten Staaten selbst. „Die von der Trump-Administration eingeführten Zölle wirken sich negativ auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation aus“, sagte er.

Zudem wies der Minister auf sogenannte „Effekte der zweiten Runde“ hin: Staaten, die durch die Zölle stärker betroffen sind, könnten versuchen, neue Absatzmärkte zu erschließen. Dies könne kurzfristig zu einer geringeren Inflation in bestimmten Regionen führen.

Im globalen Maßstab falle die Gesamtbilanz jedoch eindeutig negativ aus, so Domański.

IAR/adn

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