Deutsche Redaktion

US-Zölle: EU-Handelskommissar wird sich mit amerikanischer Seite austauschen

04.04.2025 11:37
EU-Kommissar Šefčovič kündigte auf der Plattform X an, dass die EU nicht tatenlos zusehen werde: „Wir werden besonnen, schrittweise und geeint reagieren.“ 
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Bild:Shutterstock/Michailidis

Erstmals seit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, umfassende Importzölle einzuführen, sprechen Vertreter der EU heute mit der US-Regierung. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič wird sich dazu per Videoschalte mit der amerikanischen Seite austauschen.

Die USA hatten eine pauschale Zollrate von zehn Prozent auf Importe aus aller Welt verhängt. Für Waren aus der Europäischen Union liegt die Rate bei 20 Prozent. Laut Brüssel sind dadurch künftig rund 70 Prozent der EU-Ausfuhren in die USA betroffen – der Gesamtwert der Zölle steigt von bisher sieben auf über 81 Milliarden Euro. In den Hauptstädten Europas wurde die Maßnahme als „nicht gerechtfertigt und rechtswidrig“ kritisiert.

EU-Kommissar Šefčovič kündigte auf der Plattform X an, dass die EU nicht tatenlos zusehen werde: „Wir werden besonnen, schrittweise und geeint reagieren.“ Dabei betont Brüssel, man werde gezielt vorgehen – keine wahllosen Vergeltungsmaßnahmen, sondern „Treffer, die schmerzen“. Die wirtschaftlichen Belastungen sollen innerhalb der EU solidarisch verteilt werden.

Ab Mitte des Monats treten erste Gegenzölle in Kraft – etwa auf symbolträchtige US-Produkte wie Harley-Davidson-Motorräder und Jeans. Diese sind eine Reaktion auf frühere US-Zölle auf Stahl und Aluminium. Weitere Maßnahmen sollen in den kommenden Wochen folgen. Auch der Dienstleistungssektor sowie große US-Digitalunternehmen könnten ins Visier geraten – eine Option, die Brüssel als „schwerstes Geschütz“ bezeichnet.

IAR/adn

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