Deutsche Redaktion

Deutscher Abgeordneter fordert Reparationen von Polen wegen Nord Stream-Sprengung

23.01.2026 07:30
Einem Abgeordneten der Partei Alternative für Deutschland nach sollte Polen Deutschland eine Entschädigung in Höhe von 1,3 Billionen Euro für eine „Mitschuld an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines“ zahlen. Der AfD-Politiker erklärte, sollte er Finanzminister in einer künftigen Regierung Deutschlands werden, würde dies seine erste Entscheidung sein.
Am 26. September 2022 wurden drei der vier Leitungen der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die Erdgas aus Russland ber die Ostsee nach Deutschland transportieren, beschdigt. Die deutsche Staatsanwaltschaft verdchtigt den ukrainischen Staatsbrger Serhij K. der Tat.
Am 26. September 2022 wurden drei der vier Leitungen der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die Erdgas aus Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren, beschädigt. Die deutsche Staatsanwaltschaft verdächtigt den ukrainischen Staatsbürger Serhij K. der Tat.Photo: The Swedish Coast Guard/X

Der deutsche Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk hat auf X Reparationsforderungen gegen Polen erhoben. „1,3 Billionen Euro sollten als Reparationen für die Komplizenschaft an der Sprengung von Nord Stream ausreichen. Meine erste Amtshandlung als Finanzminister wird es sein, diese Forderungen gegenüber Polen geltend zu machen“, schrieb Gottschalk. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, fügte der AfD-Politiker hinzu und versah seinen Beitrag mit der polnischen Flagge sowie einem blauen Herz, der AfD-Parteifarbe.

Deutscher Abgeordneter wirft Polen Hilfe für Terroristen vor

Es ist ein weiterer Beitrag Gottschalks zu Polen und Nord Stream. Im Oktober, nachdem ein polnisches Gericht die Auslieferung des mutmaßlich an der Sprengung der Gaspipeline beteiligten Wolodymyr Schurawlow an Deutschland abgelehnt hatte, beschuldigte der AfD-Politiker den polnischen Staat, ein „Komplize von Terroristen“ zu sein. Er rief unter anderem dazu auf, EU-Mittel für Polen auszusetzen.

Gottschalk zählt zu den führenden Parlamentspolitikern der AfD. Dem Bundestag gehört er ununterbrochen seit 2017 an. Er ist unter anderem finanzpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und einer der Mitgründer der Partei im Jahr 2013. Im vergangenen Jahr war er gemeinsam mit einer größeren AfD-Delegation in die USA gereist. Dort traf er Vertreter aus dem Umfeld der Republikaner sowie des US-Präsidenten Donald Trump.

AfD setzt auf Beziehungen zu Russland und zu Trumps Umfeld
Die in einigen deutschen Umfragen an der Spitze liegende AfD wird von den etablierten Parteien in Deutschland weitgehend isoliert. Im Osten des Landes werde dieses Prinzip der sogenannten „Brandmauer“ jedoch nicht überall strikt eingehalten. Ein zentrales Konfliktthema in der deutschen Politik bleiben die Beziehungen der AfD zu Russland. Politiker der Partei besuchen die russische Botschaft in Berlin und reisen nach Russland. Das Verhältnis zu Moskau sei zugleich innerhalb der AfD umstritten.

In den vergangenen Monaten hat die Parteiführung verstärkt Kontakte zum Umfeld von Donald Trump gesucht. Im Dezember reiste eine Gruppe von AfD-Politikern nach Washington und New York und hat sich mit Kongressabgeordneten sowie Vertretern des US-Außenministeriums getroffen.

Serhij K. der Sprengung von Nord Stream verdächtigt

Am 26. September 2022 wurden drei der vier Leitungen der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die Erdgas aus Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren, beschädigt. Die deutsche Staatsanwaltschaft verdächtigt den ukrainischen Staatsbürger Serhij K. der Tat.

Laut Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft haben K. und mehrere weitere Personen eine aus dem Hafen von Rostock ausgelaufene Yacht genutzt. Das Boot soll von einer deutschen Firma auf Grundlage gefälschter Ausweisdokumente gemietet worden sein. Ermittlern zufolge haben Taucher mindestens vier Sprengsätze an den Pipeline-Leitungen befestigt. Nach der Aktion seien sie von einem Fahrer abgeholt und in die Ukraine gebracht worden.

Deutschen Medien zufolge wurde Serhij K. während seines Familienurlaubs in Italien festgenommen und anschließend an Deutschland ausgeliefert. Er gilt als der  Organisator der Sabotage.

dziennik/PAP/ps

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