Deutsche Redaktion

Polen verliert im Rechtstreit mit Pfizer

02.04.2026 07:00
Es geht um eine Impfstofflieferung, die auf Entscheidung der vorherigen Regierung nicht abgenommen wurde. Das polnische Gesundheitsministerium hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Der Pharmakonzern Pfizer hat Polen und Rumnien wegen der Nichtabnahme bestellter COVID-19-Impfstoffe verklagt. Ein belgisches Gericht erster Instanz hat dem Konzern recht gegeben.
Der Pharmakonzern Pfizer hat Polen und Rumänien wegen der Nichtabnahme bestellter COVID-19-Impfstoffe verklagt. Ein belgisches Gericht erster Instanz hat dem Konzern recht gegeben.Flowersandtraveling/Shutterstock

Der Pharmakonzern Pfizer hat Polen und Rumänien wegen der Nichtabnahme bestellter COVID-19-Impfstoffe verklagt. Ein belgisches Gericht erster Instanz hat dem Konzern recht gegeben und dessen Argumentation bestätigt, dass beide Länder die bestellten Präparate gemäß dem von der Europäischen Kommission geschlossenen Vertrag abnehmen sollten.

Ministerpräsident Donald Tusk hat sich zur Niederlage im Rechtsstreit zwischen Polen und dem Pharmakonzern geäußert. „Die Regierung Morawieckis hat COVID-19-Impfstoffe bestellt, die sie nicht abgenommen und nicht bezahlt hat. Polen, also wir alle, werden für diese extreme Dummheit der PiS mehr als 6 Milliarden an Strafzahlungen leisten müssen. Und das ist leider kein Aprilscherz“, schrieb der polnische Regierungschef in sozialen Medien am 1. April.

Abnahme der Impfstoffe und hohe Strafen
Dem Urteil zufolge müssen die Impfstoffe weiterhin abgenommen werden. Zudem wurden gegen Polen und Rumänien finanzielle Sanktionen verhängt. Sie belaufen sich auf 1,3 Milliarden und 600.000 Euro.

Das polnische Gesundheitsministerium hat angekündigt, gegen das Urteil des Gerichts in Brüssel Berufung einzulegen. „Das Gericht erster Instanz hat der Republik Polen zugunsten des Klägers den geforderten Geldbetrag samt Zinsen zugesprochen und zudem die Abnahme von rund 64 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoffen angeordnet“, teilte das Ministerium in sozialen Medien mit. „Polen beabsichtigt, alle ihm zustehenden rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um dieses Urteil zu ändern und seine Interessen zu verteidigen“, hieß es.

PAP/PR/ps

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