Deutsche Redaktion

US-Kongressabgeordneter Bacon kritisiert geplante Reduzierung der US-Truppen in Europa

21.05.2026 12:20
Der republikanische US-Kongressabgeordnete Don Bacon hat die geplante Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa scharf kritisiert. Eine Reduzierung der Zahl der US-Brigaden von vier auf drei sei „zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler“, sagte Bacon der Nachrichtenagentur PAP. Zugleich gebe es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass eine der verbleibenden Brigaden nach Polen verlegt werde.
Amerykańscy żołnierze na defiladzie z okazji Święta Wojska Polskiego
Amerykańscy żołnierze na defiladzie z okazji Święta Wojska PolskiegoCzarek Sokolowski/Associated Press/East News

Der frühere General der US-Luftwaffe hatte bereits zuvor die Entscheidung des Pentagon kritisiert, die geplante Rotation einer Panzerbrigade nach Polen auszusetzen. Er bezeichnete den Schritt als „Ohrfeige“ für Polen und als „Schande“ für die USA und verwies auf die chaotische Kommunikation der Entscheidung.

Nach Angaben Bacons deutet derzeit alles darauf hin, dass die ursprünglich für Polen vorgesehene Brigade in den USA verbleiben werde. Damit würde die Zahl der US-Kampfbrigaden in Europa dauerhaft auf drei sinken – auf das Niveau vor dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Der Vorsitzende der parlamentarischen Gruppe für die baltischen Staaten warnte zudem vor einer Verringerung der militärischen Präsenz angesichts zunehmender Spannungen im Baltikum. Russland habe zuletzt offen Drohungen gegen Lettland ausgesprochen und Riga beschuldigt, ukrainische Angriffe auf russisches Territorium zu unterstützen.

„Das zeigt nur, dass Russland ein schrecklicher Nachbar ist und wir uns nicht einseitig aus Europa zurückziehen sollten“, sagte Bacon. „Wir müssen eine starke Präsenz aufrechterhalten.“

Das Pentagon hatte am Dienstag erklärt, die Truppenrotation nach Polen sei lediglich „verschoben“ und nicht abgesagt worden. Gleichzeitig bestätigte das Verteidigungsministerium jedoch Pläne, die Zahl der US-Brigaden in Europa von vier auf drei zu reduzieren.

Mehrere Kongressabgeordnete beider Parteien kündigten inzwischen Widerstand gegen die Pläne an. Demokratische und republikanische Mitglieder des Kongresses wollen nach eigenen Angaben insbesondere über den Verteidigungshaushalt Druck auf das Pentagon ausüben. Der republikanische Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus, Mike Rogers, warnte das Verteidigungsministerium bereits vor Konsequenzen, sollte es Entscheidungen ohne ausreichende Abstimmung mit dem Kongress treffen.


PAP/jc

 

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